Wie "Humpty Dumpty" und "Der Muffinmann" ihre dunklen Geheimnisse verbergen
Claudio WiekWie "Humpty Dumpty" und "Der Muffinmann" ihre dunklen Geheimnisse verbergen
Zwei bekannte Kinderreime haben Ursprünge, die weit seltsamer sind, als viele ahnen. Humpty Dumpty tauchte vor über 200 Jahren erstmals in Druckschriften auf – allerdings ohne jede Erwähnung eines Eis. Der Muffinmann hingegen könnte schlicht als Hommage an Londons Straßenhändler in den frühen 1800er-Jahren begonnen haben. Beide Reime bergen Theorien, die weit über ihre verspielten Worte hinausgehen.
Die früheste schriftliche Fassung von Humpty Dumpty stammt aus dem Jahr 1797. Damals beschrieb der Reim eine tollpatschige, übergewichtige Person – oder möglicherweise ein starkes Alkoholgetränk aus Branntwein und gekochtem Bier. Von Eiern, Mauern oder Stürzen war keine Rede.
Spätere Deutungen nahmen eine düstere Wendung. Einige Historiker vermuten, der Name beziehe sich auf eine schwere Kanone, die während des Englischen Bürgerkriegs von einer Stadtmauer stürzte. Andere bringen ihn mit König Richard III. in Verbindung, der 1485 in der Schlacht von Bosworth Field vom Pferd gerissen und getötet wurde. Keine der Theorien ist belegt, doch beide verleihen dem Kinderreim eine historische Mystik.
Der Muffinmann entstand 1820 als eingängiges Lied über Bäcker, die in London Haus für Haus Muffins verkauften. Mit der Zeit verbreitete sich eine makabre Gerüchteküche: Der Reim solle heimlich auf Frederick Thomas Lynwood anspielen, einen angeblichen Serienmörder. Doch es gibt keine Beweise für diese Behauptung, und Historiker weisen sie als Fiktion zurück.
Beide Reime begannen als schlichte Verse mit alltagsnahen Bedeutungen. Humpty Dumpty war zunächst ein Spitzname oder ein Getränk, während Der Muffinmann Londons lebhaften Straßenhandel widerspiegelte. Die düsteren Theorien bleiben unbewiesen – ihre wahren Ursprünge bleiben eine Mischung aus Fakt und Folklore.






