Wohnungsbau in Deutschland bleibt trotz mehr Baugenehmigungen in der Krise
Gönül Jacobi JäckelWohnungsbau in Deutschland bleibt trotz mehr Baugenehmigungen in der Krise
Deutschlands Wohnungsbau bleibt trotz leichter Zunahme bei Baugenehmigungen schwach
Ein Anstieg der Genehmigungen um zehn Prozent hat die anhaltende Flaute in der Bauwirtschaft kaum abgemildert. Der Rückgang betrifft sowohl private als auch öffentliche Vorhaben. Hohe Zinsen und steigende Baukosten lähmen den privaten Wohnungsbau, während Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Gewerbeimmobilien und Bürogebäude ebenfalls stark eingebrochen sind. Der Zementverbrauch ist auf das Niveau von vor dem Zweiten Weltkrieg gesunken und liegt derzeit 30 Prozent unter den Werten von 2020.
Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, spricht von einer „voll ausgeprägten Rezession“ im Baustoffsektor. Zwar sind staatliche Mittel für die Infrastruktur bereitgestellt worden, doch ein spürbarer Aufschwung bleibt bisher aus. Experten rechnen nun damit, dass sich die Lage erst in der zweiten Jahreshälfte bessern wird.
Die Branche kämpft weiterhin mit finanziellen Belastungen und Materialengpässen. Eine Erholung könnte sich erst im Laufe des Jahres 2024 abzeichnen, wenn die bereitgestellten Fördergelder wirken. Bis dahin bleibt der Sektor in einer tiefgreifenden und flächendeckenden Krise.
