Yasmin Benner fordert klare Industriepolitik für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Gönül Jacobi JäckelYasmin Benner fordert klare Industriepolitik für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Yasmin Benner, eine prägende Figur der deutschen Gewerkschaftsbewegung, hat sich für eine stärkere Industriepolitik ausgesprochen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern. Sie betonte die Notwendigkeit gezielter Investitionen statt pauschaler Subventionen und wies zugleich auf die wachsenden Existenzkosten hin, unter denen viele Beschäftigte leiden.
Benner skizzierte die schwierige Position Deutschlands im globalen Wettbewerb – insbesondere im Vergleich zu China und den USA. Die Vorstellung eines „fairen Wettbewerbs“ in der Industriepolitik bezeichnete sie als überholt. Stattdessen forderte sie klare Prioritäten, etwa bei grüner Stahlproduktion, Elektromobilität und einem speziellen Industrie-Strompreis.
Eine undifferenzierte Kürzung oder Verteilung von Subventionsgeldern lehnte sie ab. Gleichzeitig kritisierte sie Pläne zur Reform der Arbeitszeitregelungen und nannte Diskussionen über eine wöchentliche Arbeitszeit-Obergrenze für viele Unternehmen „abwegig“.
Obwohl Benner offen für eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung bei Industrieinvestitionen ist, machte sie deutlich, dass die Gewerkschaften ihre Rolle nicht überschreiten werden. Eine Beteiligung an koalitionsähnlichen Verhandlungen schloss sie aus – der Schwerpunkt bleibe auf Interessenvertretung. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen unterstrich sie zudem die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs mit den Sozialpartnern.
Benners Haltung steht für eine strategische Industrieförderung ohne staatliche Überregulierung. Ihre Äußerungen signalisieren einen Fokus auf pragmatische Lösungen für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen. Die Debatte über den wirtschaftlichen Kurs Deutschlands wird voraussichtlich anhalten, während Politiker ihre Vorschläge prüfen.






