09 May 2026, 02:21

Amos Oz' Zwischen Freunden wird bei literarischem Abend mit Musik lebendig

Ein Plakat mit der Aufschrift "Vision für Frieden Konzeptkarte" mit einer farbcodierten Karte von Israel in fetter schwarzer Schrift.

Amos Oz' Zwischen Freunden wird bei literarischem Abend mit Musik lebendig

Ein literarischer Abend am 13. Mai lässt Amos Oz’ Zwischen Freunden durch Lesungen und Musik lebendig werden. Die vom Katholischen Bildungswerk und dem Ganey-Tikva-Verein organisierte Veranstaltung widmet sich dem Aufstieg und den Herausforderungen der israelischen Kibbuzim – jener genossenschaftlichen Siedlungen, die einst eine idealistische Vision von Gleichheit verkörperten, sich aber mit wachsenden Schwierigkeiten konfrontiert sahen, die ihr Fortbestehen prägten.

Die Kibbuzim entstanden in Israel lange vor der Staatsgründung 1948. Pioniere strebten danach, eine egalitäre Gesellschaft aufzubauen, in der Ressourcen, Arbeit und Entscheidungen geteilt wurden. Als David Ben-Gurion am 14. Mai desselben Jahres die Unabhängigkeit ausrief, waren die Kibbuzim bereits zu einem Grundpfeiler der jungen Nation geworden.

Amos Oz’ Zwischen Freunden fängt die Spannungen des Kibbuz-Lebens in den späten 1950er-Jahren ein. In kurzen Geschichten deckt das Buch die persönlichen Konflikte auf, die unter der Oberfläche des kollektiven Traums schwelten. In der Erzählung Esperanto etwa verfolgt der Schuhmacher Martin beharrlich sein eigenes Ideal – die Gründung einer Esperanto-Gruppe –, obwohl die Gemeinschaft ihm gleichgültig gegenübersteht.

Beim anstehenden Abend wird der Schauspieler Heinz D. Haun Auszüge aus Esperanto lesen. Begleitet wird seine Lesung von Live-Musik: Arne Meinhardt an der Ziehharmonika und seine Tochter Anaïs am Cello. Die Veranstaltung lädt dazu ein, über das Kibbuz-Experiment nachzudenken, das sich in der Praxis als nur schwer aufrechterhaltbar erwies.

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Der literarische Abend zeigt auf, wie Oz’ Geschichten das Schicksal der Kibbuzim widerspiegeln. Mit der Zeit geriet das Modell eines dauerhaften kollektiven Zusammenlebens in Konflikt mit individuellen Bedürfnissen und Ambitionen. Zwar verblasste der Traum von absoluter Gleichheit, doch die Kibbuz-Bewegung hinterließ tiefgreifende Spuren in der Geschichte und Kultur Israels.

Quelle