05 May 2026, 06:32

Apotheken kämpfen mit explodierenden Lohnkosten und drohenden Tarifrunden

Plakat mit der Aufschrift "Reduzierung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Text und Logo

Apotheken kämpfen mit explodierenden Lohnkosten und drohenden Tarifrunden

Deutsche Apotheken stehen unter zunehmendem finanziellen Druck, da die Lohnkosten weiter steigen. Eine aktuelle Welle von Gehaltserhöhungen, angetrieben durch Tarifabschlüsse und Anhebungen des Mindestlohns, belastet die Jahresbudgets mit tausenden Euro zusätzlich. Angesichts anstehender Verhandlungen drohen die ohnehin knappen Haushalte der Branche noch weiter ausgereizt zu werden.

Die jüngste finanzielle Belastung begann im Sommer 2024, als die Gewerkschaft Adexa und der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) eine Lohnerhöhung von 7 Prozent über einen Zeitraum von 2,5 Jahren vereinbarten. Diese Regelung trat am 1. Januar 2026 in Kraft – allein die erste Stufe mit 3 Prozent kostet jede Apotheke im Schnitt 9.500 Euro pro Jahr. Die Treuhand Hannover, eine wirtschaftliche Beratungsstelle, warnt, dass diese Lohnerhöhungen die Arbeitgeber stark belasten werden.

Gleichzeitig stieg der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro, was die Kosten für jede teilzeitbeschäftigte Kraft um etwa 700 Euro jährlich erhöht. Eine weitere Anhebung auf 14,60 Euro ist zum 1. Januar 2027 geplant – ein Anstieg von 17,6 Prozent seit 2024. Diese Entwicklungen fallen mit dem Auslaufen des aktuellen Adexa-ADA-Tarifvertrags am 31. Dezember 2026 zusammen, wobei bald neue Verhandlungen anstehen.

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In Nordrhein-Westfalen endet zudem ein separater Tarifvertrag mit dem Tarifverband der Leitenden Apothekenangestellten (TGL) am 30. Juni 2026. Auch hier sollen die Gespräche bald wiederaufgenommen werden, was die Unsicherheit in der Branche weiter verstärkt. Adexa hat bereits Signal gegeben, bereit für neue Verhandlungen mit dem ADA zu sein, doch die Arbeitgeber fürchten weitere finanzielle Belastungen.

Die Kombination aus steigenden Löhnen und einer stagnierenden Wirtschaftslage lässt den Apotheken kaum Spielraum, um zusätzliche Kosten aufzufangen. Mit festgelegten Mindestlohnerhöhungen und bevorstehenden Tarifrunden muss sich die Branche auf anhaltende finanzielle Herausforderungen in den kommenden Jahren einstellen.

Quelle