05 May 2026, 12:26

Frauen prägen Apotheken – doch der Gender Pay Gap bleibt ungebrochen

Eine Apothekerin in einem weißen Kittel steht einer sitzenden Frau in einer Apotheke gegenüber, mit Regalen voller Schachteln und Gegenständen im Hintergrund.

Frauen prägen Apotheken – doch der Gender Pay Gap bleibt ungebrochen

Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland – doch Lohnungleichheit bleibt

Fast neun von zehn Beschäftigten in deutschen Apotheken sind Frauen. Wie aus Daten des Deutschen Apothekerverbands (ABDA) für das Jahr 2024 hervorgeht, besetzen sie 89,2 Prozent der Stellen in öffentlichen Apotheken. Ihre Aufgaben reichen von der Abgabe von Medikamenten über die Beratung von Patientinnen und Patienten bis hin zur Organisation des Tagesgeschäfts.

Anlässlich des Internationalen Frauentags hat Adexa, der Verband für Apothekenmitarbeiter, auf die starke Abhängigkeit der Branche von weiblichen Arbeitskräften hingewiesen. Gleichzeitig fordert die Organisation bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen, um langjährige Ungleichheiten zu beseitigen.

Die Zahlen zeigen einen deutlichen Trend: Frauen besetzen die überwiegende Mehrheit der Positionen in Apotheken. Unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern sind 74,1 Prozent Frauen, bei den Auszubildenden liegt der Frauenanteil bei 74,8 Prozent. Noch größer ist das Ungleichgewicht in den unterstützenden Berufen: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich.

Trotz ihrer dominierenden Präsenz sind Apothekenmitarbeiterinnen von denselben Lohnunterschieden betroffen wie Frauen in anderen Bereichen Deutschlands. Der bundesweite Gender Pay Gap liegt bei rund 16 Prozent – Frauen verdienen damit im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer mit vergleichbaren Qualifikationen. Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, betont, dass die überwiegend weiblichen Beschäftigten in Apotheken verantwortungsvolle Aufgaben wie Patientenberatung, Arzneimittelsicherheit und organisatorische Arbeit übernehmen.

Ein Grund für die Lohnlücke ist unbezahlte Care-Arbeit. Studien zeigen, dass Frauen zwei Drittel der Kinderbetreuung, mehr Hausarbeit und den Großteil der Pflege von Angehörigen übernehmen. Diese zusätzlichen Verpflichtungen schränken die Karrierechancen ein und führen langfristig zu geringeren Einkommen.

Adexa macht deutlich, dass bloße Anerkennung nicht ausreicht. Der Verband fordert strukturelle Veränderungen, um Diskriminierung bei Bezahlung, Beförderungen und Arbeitsbedingungen abzubauen. Ohne konkrete Maßnahmen werde der Apothekensektor auch weiterhin auf unterbezahlte und überlastete Arbeiterinnen angewiesen sein, warnt die Organisation.

Die Forderungen von Adexa erhöhen den Druck auf Arbeitgeber und Politiker, die Lohnlücke zu schließen und die Arbeitsbedingungen für Apothekenpersonal zu verbessern. Da Frauen nahezu alle Tätigkeiten in der Branche ausüben, sind ihre Leistungen unverzichtbar für den reibungslosen Betrieb. Der Aufruf zu Reformen fällt mit dem Internationalen Frauentag zusammen, der die anhaltenden Ungleichheiten in der Arbeitswelt in den Fokus rückt.

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