Apothekenreformen überfällig: Hartmann droht mit Streiks wegen ausbleibender Gebührenerhöhungen
Jessika FröhlichApothekenreformen überfällig: Hartmann droht mit Streiks wegen ausbleibender Gebührenerhöhungen
Dr. Stefan Hartmann erneuert Forderungen nach Apothekenreformen
Dr. Stefan Hartmann hat erneut Reformen im Apothekenwesen gefordert, darunter die Einführung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) für Apotheken. Bei einer kürzlichen Veranstaltung kritisierte er die Ampelkoalition für die Verzögerung versprochener Gebührenerhöhungen und warnte vor möglichen Streiks, sollten die Forderungen weiterhin ignoriert werden.
Die Mitmoderatorin Clara Hartmann setzte sich ebenfalls für fairere Wettbewerbsregeln, transparenterere Gebührenstrukturen und bessere Unterstützung für Berufsanfänger in der Pharmabranche ein. Hartmann betonte, dass sein Vorstoß für die GmbH-Lösung keineswegs eine Aufhebung des Fremdbesitzverbots für Apotheken bedeute. Die Ablehnung des Modells fuße seiner Ansicht nach auf Fehlinformationen – stattdessen plädierte er für eine bessere Aufklärung über die Vorteile dieses Ansatzes.
Zudem forderte er, dass Apotheken durch eine Ausweitung ihrer Spezialisierungen eine zentralere Rolle im Gesundheitswesen einnehmen sollten. Ohne Fortschritte in dieser Richtung drohe ein weiterer Vertrauensverlust in demokratische Institutionen, warnte Hartmann.
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt war die ausbleibende Umsetzung der versprochenen Gebührenerhöhungen. Hartmann verwies darauf, dass diese im Koalitionsvertrag festgehalten seien, bisher jedoch nicht umgesetzt wurden. Sollte die Regierung weiterhin zaudern, seien Streiks der Apotheker unvermeidbar, so seine klare Ansage.
Neben strukturellen Reformen rief Hartmann Apotheken, Landesbehörden und Bundesorganisationen dazu auf, den anstehenden parlamentarischen Prozess aktiv mitzugestalten. Zuverlässige Nachfolgeplanung und faire Wettbewerbsbedingungen seien entscheidend für die Zukunft der Branche, betonte er.
Clara Hartmann unterstützte diese Forderungen und hob die Notwendigkeit stabiler Gebührenmodelle sowie besserer Berufseinstiegsmöglichkeiten für junge Pharmazeuten hervor. Beide Redner warnten davor, dass ohne konkrete Maßnahmen die Instabilität im Apothekensektor weiter zunehmen werde.
Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Frustration unter Apothekern über die ausbleibenden Reformen. Hartmanns Äußerungen deuten auf eine mögliche Zuspitzung der Lage hin, falls Gebührenerhöhungen und strukturelle Änderungen weiter auf sich warten lassen.
Ob die Forderungen nach GmbH-Status, fairen Wettbewerbsbedingungen und einer stärkeren gesundheitspolitischen Rolle der Apotheken umgesetzt werden, hängt nun vom Handeln der Politik und der Zusammenarbeit innerhalb der Branche ab.






