Baden-Württemberg steckt seit drei Jahren in der Wirtschaftskrise fest
Claudio WiekBaden-Württemberg steckt seit drei Jahren in der Wirtschaftskrise fest
Baden-Württembergs Wirtschaft kämpft seit drei Jahren in Folge mit Stagnation und steigender Arbeitslosigkeit
Was einst als wirtschaftliches Zugpferd galt, findet sich heute am unteren Ende der deutschen Leistungsbilanz wieder: Das südwestliche Bundesland verzeichnet seit 2022 einen kontinuierlichen Rückgang in zentralen Branchen – trotz leichter Belebung im Dienstleistungssektor.
Der wirtschaftliche Abschwung begann 2022 und mündete in eine dreijährige Rezessionsphase. 2023 stagnierte die inflationsbereinigte Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag bei rund 667,1 Milliarden Euro – fast 15 Prozent des deutschen Gesamtvolumens. Dennoch rutschte Baden-Württemberg auf den vorletzten Platz unter den Bundesländern ab und übertrumpfte nur noch das Saarland. Spitzenreiter war unterdessen Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wachstum von 1,4 Prozent.
Die Industrie, traditionell eine Stütze der Landeswirtschaft, schrumpfte 2023 real um 2,6 Prozent. Auch die Bauwirtschaft verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge. Einziger Lichtblick war der Dienstleistungssektor, der um 0,4 Prozent zulegte – zu wenig, um die breiten Einbrüche auszugleichen.
Die Arbeitslosigkeit kletterte von 4,2–4,6 Prozent im Jahr 2023 auf 4,6 Prozent in den Jahren 2024 und 2025. Besonders betroffen sind junge Arbeitnehmer:innen und Akademiker:innen, was die Sorge um die langfristige wirtschaftliche Stabilität verstärkt. Ohne kräftigeres Wachstum bleiben die Nachfrage nach Arbeitskräften, die Haushaltseinkommen und die Steuereinnahmen unter Druck.
Die jüngsten Daten bestätigen die anhaltende Schwächephase Baden-Württembergs. Mit schrumpfender Industrie und Bauwirtschaft sowie steigender Arbeitslosigkeit bleibt die Erholung ungewiss. Ob das Land den Trend umkehren kann, hängt maßgeblich von einer allgemeinen Verbesserung der deutschen Wirtschaftslage ab.






