28 April 2026, 00:31

Bartsch lehnt neue Schulden ab: "Fehlsteuerung gefährdet Reformen"

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einem Porträt einer Frau, bedruckt mit Text und numerischen Wertangaben auf altem Papier.

Bartsch lehnt neue Schulden ab: "Fehlsteuerung gefährdet Reformen"

Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, hat sich gegen neue Kreditaufnahmepläne ausgesprochen. In einem Interview mit der Welt am Montag lehnte er einen Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Matthias Miersch ab, wegen des Krieges im Iran zusätzliche Schulden zuzulassen. Seine Bedenken gelten vor allem einer Fehlsteuerung der Mittel und der Gefahr, dass Gelder für dringende Reformen abgezogen werden könnten.

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Bartsch kritisierte die Handhabung der bestehenden Sondervermögen durch die Regierung und warf vor, dort seien Milliarden verschwendet worden. Er warnte, dass eine Lockerung der Schuldenregeln für "außergewöhnliche Notlagen" die Ausgaben für Verteidigung in die Höhe treiben könnte, während andere Investitionsbereiche leer ausgingen.

Zudem argumentierte er, dass versprochene Strukturreformen und soziale Programme nicht die notwendige Finanzierung erhielten. Als Aufseher über den Verteidigungshaushalt sieht Bartsch ein Muster finanzieller Fehlsteuerung, das sich bei einer Genehmigung neuer Schulden noch verschärfen könnte.

Der Politiker stellte die aktuelle Haltung des Kanzlers dessen früherer Position als Oppositionsführer gegenüber. Er betonte, dass nun dringend Reformen nötig seien, um den sozialen Zusammenhalt zu wahren, und bezeichnete die Lage als einen entscheidenden Wendepunkt für das Land.

Bartsch lehnt es entschieden ab, die Schuldenbremse für Militärausgaben auszusetzen, während sie in anderen Bereichen weiter gilt. Dies würde seiner Meinung nach ein Ungleichgewicht schaffen und die Verteidigung auf Kosten anderer dringender Prioritäten bevorzugen.

Bartschs Warnungen spiegeln die Sorgen um haushaltspolitische Disziplin und verzögerte Reformen wider. Seine Ablehnung neuer Kredite steht für die Befürchtung, dass kurzfristige Militärinvestitionen die langfristige Stabilität untergraben könnten. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Regierung ihre fiskalpolitische Ausrichtung anpassen wird.

Quelle