16 April 2026, 22:25

Berlin führt umstrittene Ausbildungsabgabe ein – Start-ups protestieren gegen neue Belastung

Offenes Buch mit dem Titel "Mechanische Anstalt, zum Vorteil von Meistern, Gesellen und Lehrlingen" - wahrscheinlich ein Vorschlag zur Gründung einer mechanischen Anstalt.

Berlin führt umstrittene Ausbildungsabgabe ein – Start-ups protestieren gegen neue Belastung

Berlin hat eine umstrittene neue Regelung eingeführt, die sich gegen Unternehmen richtet, die zu wenige Ausbildungsplätze anbieten. Die sogenannte Ausbildungsabgabe verpflichtet Betriebe, in einen Fonds einzuzahlen, wenn sie vorgegebene Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Kritiker, darunter auch lokale Start-ups, haben die Maßnahme bereits scharf verurteilt – sie sei ungerecht und für moderne Branchen schlecht konzipiert.

Ab 2028 müssen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten sicherstellen, dass Auszubildende 4,6 Prozent ihrer Belegschaft ausmachen. Wer dies nicht schafft, muss mit finanziellen Strafen rechnen; durch die Abgabe sollen jährlich rund 75 Millionen Euro eingenommen werden. Ziel der Regelung ist es, die berufliche Ausbildung zu stärken. Doch viele Gründer halten sie für verfehlt.

Ralph Hage, Inhaber von Lap Coffee, bezeichnete die Abgabe als ein falsches Signal aus Berlin. Sein Unternehmen setze auf Automatisierung und moderne Schulungsmethoden statt auf klassische Lehrlingsausbildung. Marius Meiners von Peec AI pflichtete ihm bei und nannte die Regelung ein weiteres Hindernis, das Deutschland für Unternehmer unattraktiver mache. Für viele Start-ups sei die Einstellung von Azubis schlicht nicht praktikabel.

Agnieszka Walorska, Gründerin des Fintech-Unternehmens Mika, verwies auf ein anderes Problem: Junge Menschen hätten kaum noch Interesse an traditionellen Ausbildungsberufen. Unternehmen seien zwar bereit auszubilden, doch die Nachfrage seitens der Bewerber sei gering. Moritz Kreppel von Urban Sports Club teilte diese Bedenken und betonte, dass die Abgabe Start-ups ungerechtfertigt belaste, deren Geschäftsmodelle gar keine Ausbildungsplätze vorsehen.

Die neue Regelung hat in Berlins Start-up-Szene Frust ausgelöst. Viele fragen sich, ob die Maßnahme tatsächlich den Fachkräftemangel behebt oder nur wachsende Unternehmen zusätzlich finanziell belastet. Ab 2028 tritt die Ausbildungsabgabe in Kraft – dann müssen Unternehmen entweder mehr ausbilden oder in den Fonds einzahlen. Die Gründer lassen keinen Zweifel: Sie halten die Politik für realitätsfremd. Die Stadt hingegen betont, dass die jährlich erwarteten 75 Millionen Euro die Ausbildungsmöglichkeiten verbessern werden. Die Kritiker bleiben skeptisch.

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