20 April 2026, 08:24

Berlins Jugendzentrum Potse kämpft um Überleben in der Wohnungsnot-Krise

Plakat, das Berlin, Deutschland, mit einer Statue, Gebäuden, einem Turm, Menschen, Fahrzeugen auf der Straße und einer Brücke mit Text zeigt, der Stadtinformationen bereitstellt.

Berlins Jugendzentrum Potse kämpft um Überleben in der Wohnungsnot-Krise

Berlins Wohnungsnot bringt langjährige Gemeinschaftsräume an den Rand des Abgrunds. Das Jugendzentrum Potse in der Stadt steht nun vor der Schließung, da sein Mietvertrag für die Zollgarage in sechs Monaten ausläuft. Ohne eine neue Bleibe in Aussicht ruft das Zentrum seine Unterstützer:innen auf, für seine Zukunft zu kämpfen – mitten in den größeren Auseinandersetzungen um explodierende Mieten und Mieterrechte in der Hauptstadt.

Der aktuelle Mietvertrag von Potse endet in einem halben Jahr und lässt die Arbeit des Zentrums in der Schwebe. Zwar sind langfristig Pläne für einen Umzug ins Haus der Jugend bis 2030 vorgesehen, doch die akute Räumungsdrohung zwingt das Zentrum nun zum Handeln. Für den 3. April 2023 ist ein zweites "Überlebensstrategie-Plenum" angesetzt, um Ideen und Solidarität aus der Community zu sammeln.

Das Schicksal des Zentrums spiegelt die größeren Spannungen in Berlin wider, wo steigende Mieten und Verdrängung für viele zum Alltag geworden sind. Mieterinitiativen formieren sich dagegen. Die Pankower Gruppe des Berliner Mietervereins organisiert am 31. März 2023 eine Demonstration vor dem Amtsgericht Mitte, um gegen Zwangsräumungen und für Wohnungsgerechtigkeit zu protestieren.

Auch andere Initiativen gehen in die Offensive. Die Kampagne MieterWerkStadt in Charlottenburg veranstaltet am 1. April 2023 ein Treffen, um stärkere Mieterschutzrechte durchzusetzen und der Gentrifizierung entgegenzuwirken. Gleichzeitig hat sich das Bündnis Berlin gegen Vonovia, ein Zusammenschluss von Mieter:innen, für den 31. März 2023 zu einem Plenum verabredet, um gegen Mietsteigerungen und ungerechte Nebenkostenabrechnungen vorzugehen. In Kreuzberg trifft sich die "Allianz gegen Eigenbedarfskündigungen" weiterhin monatlich – das nächste Mal am 4. April 2023.

Der Kampf von Potse um seinen Erhalt unterstreicht den dringenden Bedarf an bezahlbaren Räumen in Berlin. Ohne Eingreifen könnte das Zentrum seine Türen für immer schließen – und damit den Druck auf Anwohner:innen erhöhen, die bereits mit prekären Wohnverhältnissen kämpfen. In den kommenden Wochen werden zahlreiche Proteste und Versammlungen stattfinden, bei denen Mieter:innen und Gemeinschaftsgruppen nach Lösungen für die sich verschärfende Krise in der Stadt suchen.

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