09 May 2026, 22:26

Biennale Venedig 2025: Jury-Rücktritt und politische Eskalation um Goldene Löwen

Plakat, das ein Klavierkonzert in Venedig, Italien, ankündigt, mit einem Bild von Gebäuden, Wasser und einer Säule.

Biennale Venedig 2025: Jury-Rücktritt und politische Eskalation um Goldene Löwen

Die Biennale Venedig 2025 unter dem Motto In Moll steht nach dem Rücktritt der gesamten Jury vor schweren Turbulenzen. Der kollektive Protest der Jury führte zur Verschiebung der Verleihung der Goldenen Löwen und zur Einführung eines neuen Publikumspreises namens Löwen der Besucher:innen. Die bis zum 22. November laufende Ausstellung präsentiert 100 nationale Pavillons und 111 Künstler:innen aus aller Welt.

Unter der künstlerischen Leitung der Generaldirektorin Koyo Kouoh vereint die diesjährige Biennale sowohl Rückkehrer als auch Debütanten. Doch politische Spannungen überschatten die Veranstaltung: Künstler:innen und Jurymitglieder gerieten in Streit über die Teilnahme bestimmter Länder.

Der Konflikt eskalierte, als die internationale Jury einen Boykott der Pavillons von Staaten ankündigte, deren Führungspersonen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt sind. In ihrer Stellungnahme nannten sie explizit Israel und Russland – woraufhin alle fünf Jurymitglieder zurücktraten. Trotz der Proteste bekräftigten die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung ihre Position der institutionellen Neutralität und lehnten einen Ausschluss einzelner Nationen ab.

Russland kehrt nach der Abwesenheit in den Jahren 2022 und 2024 auf die Biennale zurück und präsentiert in diesem Jahr unter dem Titel Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel eine Ausstellung, kuratiert von Anastasiia Karneeva. Der israelische Beitrag Rose des Nichts zeigt Werke des Künstlers Belu-Simion Fainaru und wird von Michael Gov zusammen mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller kuratiert.

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Portugal ist mit Alexandre Estrela vertreten, dessen Projekt RedSkyFalls im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen ist. Estrela positionierte sich öffentlich gegen die Teilnahme Russlands und Israels und unterstützt damit den Protest der Jury. Auch Brasilien und Osttimor vertreten die lusophone Welt auf der Biennale.

Da die Verleihung der Goldenen Löwen ausgesetzt wurde, führte die Organisation die Löwen der Besucher:innen ein, bei denen das Publikum über die beliebtesten Pavillons abstimmen kann. Parallel dazu laufen 31 Begleitveranstaltungen – doch die politischen Debatten reißen nicht ab.

Die Biennale Venedig 2025 findet nun ohne ihre ursprüngliche Jury statt und verlagert die Anerkennung auf die öffentliche Wahl. Bis Ende November bleiben 100 nationale Pavillons und ein breites Spektrum künstlerischer Projekte zugänglich. Doch der Boykott und die darauffolgenden Rücktritte haben dieser Ausgabe einen bleibenden Stempel aufgedrückt.

Quelle