31 March 2026, 14:42

Bierstadts Kerb-Fest feiert Tradition und Widerstand gegen Kommerz

Plakat, das ein Bierfest in Deutschland ankündigt, mit Menschen, die Biergläser halten und einem Fass im Hintergrund, mit deutschem Text unten.

Bierstadts Kerb-Fest feiert Tradition und Widerstand gegen Kommerz

Das jährliche Kerb-Fest in Bierstadt, einem Stadtteil von Wiesbaden, hat die Gemeinschaft einmal mehr zusammengeschweißt. In diesem Jahr feierte die Veranstaltung Traditionen und reflektierte zugleich über die Identität des Viertels. Dr. Gerhard Obermayr, Stadtratpräses und stolzer Bierstädter, eröffnete die Festlichkeiten mit einer Rede über Zusammenhalt und Erbe.

Das Fest, das in den 1950er-Jahren als bescheidene Erntedankfeier begann, hat sich längst zu einem großen Volksfest entwickelt. Doch trotz seines Wachstums haben die Anwohner kommerziellen Einflüssen widerstanden, um die Ursprünge zu bewahren. Obermayr eröffnete die Kerb an der Fichte, einem Ort, den er als "Miniaturabbild Bierstadts" beschrieb. Er betonte, dass es hier nicht nur um einen Standort gehe, sondern um einen Begegnungsort für Menschen – "kein Spielball für Stadtplaner". Seine Worte unterstrichen die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements und der starken Nachbarschaftsbande.

In seiner Ansprache erwähnte er scherzhaft Silke, gab der Insel Fehmarn den Vorzug vor Bierstadt – und erklärte, die Bewohner wollten ihrer Identität treu bleiben. Sein Fazit: der hessische Spruch "Mir san mir" – ein stolzes Bekenntnis zur Heimat.

Das Programm vereinte traditionelle Elemente mit modernen Attraktionen. Bierzelte und Fahrgeschäfte prägen das Fest seit den 1980er-Jahren, doch die Wurzeln bleiben präsent. Lokale Gruppen wie die "Bierstadt-Mädels" organisierten Umzüge und Kulturprogramme und hielten so den Gemeinschaftsgeist lebendig.

Für feierlichen Glanz sorgten die amtierenden Majestäten: Jasmin I., die *"Bembel"-Fee, und Viktoria I., die Blumenkönigin von Naurod. Unterstützt wurden sie von Dr. Patricia Becher, Leiterin des Stadtamts, und Rainer Volland, dem Ortsvorsteher, die der Feier beiwohnten.

Öffentlicher Widerstand gegen Kommerzialisierung in den 2000er- und 2010er-Jahren sicherte das Fest als Ort der Tradition. Trotz wachsender Besucherzahlen blieb die Kerb ihren Ursprüngen verbunden – eine Mischung aus Alt und Neu, die Bierstadt heute ausmacht.

Das Fest endete mit einem erneuerten Stolz auf die Bierstädter Bräuche. Obermayrs Worte und das Engagement lokaler Gruppen unterstrichen das Bekenntnis der Gemeinschaft zu ihrem Erbe. Während die Teilnehmerzahlen steigen, bleibt die Kerb ein Beweis für den ungebrochenen Geist des Viertels – und den Widerstand gegen Veränderung um jeden Preis.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle