23 March 2026, 12:27

Bürgerbeteiligung zur Wärmewende: Baden-Württemberg sucht Lösungen für Klimaziele 2040

Tortendiagramm, das den globalen Verbrauch an erneuerbaren Energien im Jahr 2008 zeigt, mit Abschnitten für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Heizung mit Warmwasser, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Bürgerbeteiligung zur Wärmewende: Baden-Württemberg sucht Lösungen für Klimaziele 2040

Ein neues Projekt gibt Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit der Wärmewende zu teilen. Ab dem 17. September starten SWR und CORRECTIV eine partizipative Recherche, um Perspektiven zu steigenden Kosten und alltäglichen Herausforderungen zu sammeln. Zudem öffnen in diesem Herbst in drei Städten Pop-up-Studios, die als Räume für Diskussionen und Veranstaltungen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen dienen.

Doch viele Kommunen stehen vor großen Hürden. Über 90 Prozent nennen fehlende Finanzmittel als größtes Hindernis, andere kämpfen mit Personalmangel und unklaren Vorschriften. Derzeit deckt das Land mehr als 73 Prozent seines Wärmebedarfs mit Öl und Gas – ein weiter Weg bis zum Klimaneutralitätsziel 2040.

Die Recherche startet am 17. September mit einer Online-Umfrage unter dem Titel "Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?" Bürgerinnen und Bürger können sich über die Plattform CrowdNewsroom beteiligen, etwa mit Antworten auf Fragen wie "Wie heizen Sie Ihr Zuhause?". Ihre Beiträge helfen, die realen Auswirkungen der Politik zur Abschaffung fossiler Heizsysteme abzubilden.

Ab Mitte Oktober öffnen Pop-up-Studios in Stuttgart (14.–22. Oktober), Vaihingen an der Enz (28.–31. Oktober) und Lörrach (4.–8. November). In diesen temporären Räumen kommen Anwohnerinnen und Anwohner, Journalistinnen und Journalisten sowie lokale Entscheidungsträger zusammen, um Herausforderungen zu erörtern und Lösungsansätze für die Erreichung der Klimaziele zu diskutieren.

Eine bundesweite Auswertung von 113 Wärmewende-Plänen – die 223 deutsche Kommunen abdecken – zeigt: Am häufigsten setzen Städte und Gemeinden auf Wärmepumpen, während größere Städte den Ausbau von Fernwärmenetzen vorantreiben. In Baden-Württemberg jedoch gibt es keine klare Übersicht, wie viele Gemeinden bereits eigene Strategien vorgelegt haben. Da der Großteil der Heizungen noch mit Öl und Gas betrieben wird, muss die Region ihre Emissionen drastisch senken, um das Ziel für 2040 zu erreichen.

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Lokale Behörden verweisen auf anhaltende Probleme: Neun von zehn Kommunen nennen fehlende Mittel als Hauptproblem, zwei Drittel brauchen mehr Personal. Fast 90 Prozent fordern zudem klarere rechtliche Rahmenbedingungen für die Planung. Ohne diese drohe der Wandel trotz wachsender Bürgerbeteiligung ins Stocken zu geraten, warnen Verantwortliche.

Das Projekt läuft bis November und verbindet Bürgerfeedback mit Fachanalysen. Die Daten aus Umfrage und Pop-up-Veranstaltungen fließen in Berichte ein, die zeigen, wie die Wärmewende im Land voranschreitet. Doch die Kluft bleibt groß: Zwischen der aktuellen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und den notwendigen rechtlichen, finanziellen und praktischen Schritten hin zur Klimaneutralität.

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