18 April 2026, 06:25

Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt – und fordert schärfere Gesetze

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon an einem Rednerpult, wahrscheinlich zur Genehmigung eines Gesetzes zur Verbot des Internetgebrauchs.

Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt – und fordert schärfere Gesetze

Schauspielerin Collien Fernandes hat sich über die verheerenden Folgen digitaler Gewalt geäußert, nachdem mit ihrer Ähnlichkeit gefälschte Profile und Deepfake-Videos erstellt wurden. In einem Interview mit dem Spiegel schilderte sie, wie ihr Gesicht auf explizite Inhalte montiert wurde – und sie seitdem vergeblich nach rechtlichem Schutz sucht. Der Fall hat bundesweit Forderungen nach schärferen Gesetzen und besserer Opferhilfe ausgelöst.

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Fernandes berichtete, dass Unbekannte unter ihrem Namen Fake-Accounts angelegt hätten, über die manipulierte Fotos, Videos und erfundene erotische Geschichten verbreitet wurden. Die Mischung aus Deepfakes, echtem Material und falschen Profilen mache es schwer, die Angriffe mit den aktuellen Gesetzen einzuordnen. Sie betonte, dass digitale Gewalt keineswegs nur Prominente treffe – viele Betroffene litten im Stillen, weil die Attacken im privaten digitalen Raum stattfänden.

Ihre Schilderungen im Spiegel lösten eine Welle der Solidarität aus: Zehntausende forderten Konsequenzen. Fernandes kritisierte die zögerliche Haltung Deutschlands im Kampf gegen digitale Gewalt und verlangte längere Meldefristen für Vorfälle sowie klarere rechtliche Rahmenbedingungen. Als Vorbild nannte sie Spanien, wo Polizei und Schulen systematisch geschult werden, um Opfer ernst zu nehmen.

Auch Journalistin Caren Miosga unterstützte diese Forderungen und bezeichnete digitale Gewalt als systemisches Problem mit unklaren Zuständigkeiten zwischen Plattformen, Ermittlungsbehörden und Gerichten. Justizministerin Stefanie Hubig schloss sich an und unterstrich die Notwendigkeit schnellerer Hilfe und vereinfachter Verfahren zum Schutz von Frauen. Fernandes forderte verbindliche Schulungen für Polizei und Richterschaft, Präventionsprogramme an Schulen sowie härtere Strafen für Täter:innen.

Der Fall offenbart gravierende Lücken in Deutschlands Umgang mit digitaler Gewalt: Veraltete Gesetze und uneinheitliche Umsetzung lassen Opfer oft schutzlos zurück. Fernandes und Unterstützer:innen drängen nun auf Reformen, um besseren rechtlichen Schutz, Schulungen und öffentliche Aufklärung durchzusetzen. Ohne diese Änderungen, warnen sie, werde das Problem weiter ungebremst wachsen.

Quelle