09 May 2026, 18:27

EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung sorgen für Aufruhr bei deutschen Händlern

Etikett mit dem Namen eines Autos.

EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung sorgen für Aufruhr bei deutschen Händlern

Der Plan der Europäischen Kommission, eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung für Gebrauchtwagen einzuführen, stößt bei deutschen Händlern auf starken Widerstand. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bezeichnet den Vorschlag als undurchführbar und warnt vor gravierenden rechtlichen und marktbezogenen Folgen.

Die neuen Regeln würden vorsehen, dass auch Gebrauchtwagen Verbrauchs- und Emissionsdaten anzeigen müssen. Doch Branchenvertreter argumentieren, dass dies eher Verwirrung als Klarheit schaffen würde. Nach dem Kommissionsentwurf sollen Gebrauchtwagen künftig denselben verbindlichen Kennzeichnungspflichten unterliegen wie Neufahrzeuge. Ziel ist es, die bestehende Richtlinie 1999/94/EG zu ersetzen und Käufern transparentere Informationen zu Kraftstoffeffizienz und Emissionen zu bieten. Der ZDK jedoch sieht in dem Vorhaben gravierende Mängel.

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Viele ältere Gebrauchtwagen wurden nach den veralteten NEDC-Normen zertifiziert, während neuere Modelle die strengeren WLTP-Messverfahren nutzen. Händlern fehlt die Möglichkeit, zwischen diesen Systemen umzurechnen – eine präzise Kennzeichnung sei daher unmöglich, so der Verband. Zudem seien die meisten Gebrauchtfahrzeuge im Laufe der Zeit technisch verändert worden, sodass verlässliche Verbrauchsdaten oft nicht mehr vorlägen.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn kritisierte den Vorschlag als praxisfern und warnte, dass er Händler dazu zwingen könnte, ältere Gebrauchtwagen gar nicht mehr anzunehmen oder zu verkaufen. Er forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, sich in Brüssel für realistischere Regelungen einzusetzen. Der Verband verlangt zudem klare Vorgaben, wer für die Kennzeichnung verantwortlich sein soll – Hersteller, Online-Plattformen oder Händler – und plädiert für eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU.

In einem Acht-Punkte-Positionspapier forderte der ZDK die Politik auf, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem lehnte der Verband verbindliche Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab, da solche Vorschriften unnötige Belastungen mit sich brächten, ohne Verbrauchern einen Nutzen zu bieten.

Die geplanten Regelungen würden die Pflicht zur Angabe von Verbrauch und Emissionen auf Gebrauchtwagen ausweiten. Doch Branchenvertreter halten den Entwurf für fehlerhaft: Ohne praktikable Umrechnungsmöglichkeiten für alte Testdaten oder Berücksichtigung von Fahrzeugmodifikationen warnen Händler vor einer Destabilisierung des Gebrauchtwagenmarkts. Der ZDK setzt sich weiterhin für Nachbesserungen ein, bevor die Maßnahmen in Kraft treten.

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