09 May 2026, 14:26

Gedenkfeier in Halle eskaliert nach Provokation mit russischen Flaggen

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe mit einer Flagge zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Gedenkfeier in Halle eskaliert nach Provokation mit russischen Flaggen

Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) eskaliert

Eine Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) ist am Sonntag in Spannungen umgeschlagen. Bei der Feier auf dem Südfriedhof der Stadt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmenden, nachdem eine Gruppe russische Flaggen und Symbole gezeigt hatte. Vertreter der Stadt und antifaschistische Aktivistinnen und Aktivisten verurteilten die provokative Aktion als respektlos gegenüber dem Anliegen der Gedenkstätte.

Die Feier begann mit einer Kranzniederlegung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Judith Marquardt im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt. Anwesende legten zudem Blumen am Sowjetischen Ehrenmal sowie in einem Hain nieder, der an deutsche Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus erinnert. Gisela Döring von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) ehrte in ihrer Rede die Frauen und Männer, die im Krieg gegen den Faschismus kämpften.

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Die Stimmung kippte, als Mitglieder der „Halle-Bewegung“ mit russischen Flaggen auftauchten. Veranstalter und Teilnehmende reagierten empört und warfen der Gruppe vor, Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu unterstützen sowie Verbindungen zur rechtsextremen AfD zu pflegen. Lukas Wanke von der VVN-BdA betonte später, dass zwar die historische Rolle der Roten Armee nicht vergessen werden dürfe, dies jedoch heutige Ungerechtigkeiten nicht rechtfertige.

Eric Stehr von der Linken warnte davor, sich mit einem Regime gemein zu machen, das für Terror und Zerstörung stehe. Er teilte die Sorge, dass eine Verklärung der russischen Vergangenheit die gegenwärtigen Verbrechen des Landes ignorieren könnte. Auf dem Friedhof selbst sind 977 sowjetische Bürgerinnen und Bürger bestattet – obwohl Halle 1945 tatsächlich von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit wurde.

Wanke erinnerte die Versammelten zudem daran, dass der Kampf gegen den Faschismus noch nicht beendet sei. Seine Worte unterstrichen die zentrale Botschaft der Veranstaltung: Widerstand gegen Unterdrückung sei eine Pflicht, die über das historische Gedenken hinausgehe.

Die Feier endete in anhaltender angespannter Atmosphäre. Die Veranstalter bekräftigten ihre Haltung gegen Extremismus und Krieg. Die Präsenz russischer Symbole zog scharfe Kritik auf sich und überschattete den eigentlichen Fokus der Ehrung antifaschistischen Widerstands. Stadtvertreter und Aktivistinnen fordern seitdem geschlossene Solidarität gegen historische wie aktuelle Bedrohungen der Demokratie.

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