Lieferkettengesetz zwingt Unternehmen zu teuren SAP-Updates – Kritik an neuer Lizenzpolitik
Gönül Jacobi JäckelLieferkettengesetz zwingt Unternehmen zu teuren SAP-Updates – Kritik an neuer Lizenzpolitik
Deutschlands Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist zu Jahresbeginn in Kraft getreten. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen, Risikomanagementsysteme einzurichten und regelmäßige Risikoanalysen durchzuführen. Zunächst gilt es für Firmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, ab kommendem Jahr sinkt die Schwelle jedoch auf 1.000 Mitarbeiter.
Eine zentrale Anforderung des LkSG ist die Schaffung eines Risikomanagement-Rahmens, wie in den Paragrafen 4 und 5 festgelegt. Viele Unternehmen setzen auf SAP-Software, um diese rechtlichen Änderungen in ihre Abläufe zu integrieren. In der Vergangenheit hatte SAP Tools wie SAP Information Lifecycle Management (ILM) kostenlos bereitgestellt, um Kunden bei der Einhaltung der EU-DSGVO innerhalb ihrer bestehenden Systeme zu unterstützen.
Diesmal verfolgt SAP jedoch einen anderen Ansatz. Statt integrierte Updates anzubieten, verweist der Konzern seine Kunden auf separate Lösungen wie SAP Ariba Supplier Risk – die jedoch zusätzliche Lizenzen erfordern. Diese Strategie hat Kritik der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) hervorgerufen. Die Gruppe wirft SAP vor, für grundlegende rechtliche Compliance-Zwecke zusätzliche Produkte zu bewerben.
Eine SAP-Sprecherin, Dana Rösiger, betont hingegen, dass die Einhaltung der LkSG-Berichtspflichten durch die SAP Supplier Management-Produkte von Ariba unterstützt werde. Sie erklärt, dass Bestandskunden diese Tools ohne zusätzliche Kosten nutzen könnten. Das Unternehmen hebt zudem hervor, dass die Kombination von SAP Ariba Supplier Risk mit dem SAP Business Network eine vollständige LkSG-Compliance ermöglichen könne.
Das LkSG führt strenge Sorgfaltspflichtregeln für Lieferketten ein und betrifft damit Tausende Unternehmen. SAPs neuer Kurs – der Wechsel von kostenlosen Updates zu lizenzpflichtigen Lösungen – könnte für Firmen zusätzliche Kosten bedeuten. Unternehmen, die auf SAP-Systeme setzen, müssen nun prüfen, ob neue Tools wie Ariba Risk Management ihre Compliance-Anforderungen erfüllen.






