09 May 2026, 06:55

Logistikbranche warnt vor Kollaps durch Rekord-Dieselpreise und fordert Soforthilfe

Liniengraph, der den Trend der US-Dieselverkaufspreise von 1990 bis 2020 zeigt, mit mehreren farbigen Linien auf einem weißen Hintergrund.

Logistikbranche warnt vor Kollaps durch Rekord-Dieselpreise und fordert Soforthilfe

Vier große deutsche Logistikverbände haben die Bundesregierung aufgefordert, dringend gegen die explodierenden Spritkosten vorzugehen. Die Verbände warnen, dass die Rekordpreise für Diesel viele Transportunternehmen an den Rand des Ruins treiben. Ohne sofortige Entlastung drohten Lieferketten zu kollabieren und die Verbraucherpreise weiter zu steigen, heißt es in ihrer Stellungnahme.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX), der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) sowie der Bundesverband Contractlogistik (BWVL) richteten in dieser Woche einen gemeinsamen Appell an die Politik. Sie betonten, dass die deutsche Logistikbranche im Vergleich zu anderen europäischen Ländern überproportional stark von der Krise betroffen sei.

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Laut den Verbänden kämpfen Speditionen, Kurierdienste und unternehmenseigene Logistikabteilungen mit einer doppelten Belastung: Sie müssen die stark gestiegenen Energiekosten stemmen und gleichzeitig die Stabilität der Lieferketten aufrechterhalten. Die Dieselpreise hätten ein Niveau erreicht, das das gesamte Logistiknetz – von Möbeltransporteuren bis zu Frachtführern – in seiner Existenz bedrohe.

Statt langfristiger Finanzhilfen fordert die Branche eine vorübergehende Bremse bei den Spritkosten. Jede Entlastung, so ihr Argument, solle lediglich die Mehreinnahmen des Staates durch höhere Energiesteuern und CO₂-Bepreisung ausgleichen. Ziel sei es, zu verhindern, dass der Staat auf Kosten von Unternehmen und Steuerzahlern Profite einstreicht.

Gleichzeitig warnen die Verbände, dass die stark gestiegenen Transportkosten zwangsläufig zu höheren Preisen für Unternehmen und Verbraucher führen werden. Eine funktionsfähige und bezahlbare Logistikbranche bleibe jedoch unverzichtbar, um stabile Lieferketten und eine zuverlässige Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung mit Gütern zu gewährleisten.

Die Verbände drängen die Bundesregierung zu schnellem und entschlossenem Handeln. Nur gezielte, kurzfristige Maßnahmen könnten die akute Not der Logistikbranche lindern, betonen sie. Ohne ein Eingreifen der Politik werde sich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage weiter verschärfen.

Quelle