McCormick will Knorr kaufen – Ende einer deutschen Ära?
Der US-Gewürzriese McCormick & Company verhandelt aktuell über den Kauf von Knorr, der kultigen deutschen Lebensmittelmarke. Die potenziell milliardenschwere Transaktion würde den seit dem 19. Jahrhundert etablierten Hersteller von Würzmitteln und Fertiggerichten von Unilever in neue Hände übergeben. Beide Unternehmen haben bisher keine finanziellen Details bestätigt.
Knorr ist seit seiner Gründung im baden-württembergischen Heilbronn im 19. Jahrhundert eine feste Größe in deutschen Haushalten. Die Marke, bekannt für ihre Suppen, Brühewürfel und Gewürzmischungen, zählt bis heute zu den Klassikern in Küchen bundesweit.
Der aktuelle Eigentümer Unilever baut unter CEO Fernando Fernandez sein Geschäft um und konzentriert sich zunehmend auf lukrativere Segmente wie Schönheit, Hygiene und Körperpflege. Diese Neuausrichtung führt nun zum möglichen Verkauf von Knorr – neben anderen Lebensmittelmarken des Konzerns.
Das in Maryland ansässige McCormick & Company, weltweit führend in Gewürzen und scharfen Saucen, sieht in Knorr eine wertvolle Ergänzung. Mit Jahresumsätzen von knapp 7 Milliarden Dollar könnte die Übernahme die Marktposition von McCormick weiter stärken. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Lebensmittelkonzerne unter wachsendem Druck preisbewusster Verbraucher stehen, die ihre Ausgaben zurückfahren.
Sollte der Deal perfekt gemacht werden, markierte dies einen historischen Einschnitt für Knorr nach fast zwei Jahrhunderten unter deutscher und europäischer Führung. McCormick & Company würde damit eine fest etablierte Marke mit tiefen Wurzeln im europäischen Markt übernehmen. Die Transaktion spiegelt zudem Unilevers anhaltende Strategie wider, das Portfolio schlanke zu gestalten.






