Migrationsforscher Knaus: Deutsche Grenzkontrollen sind unwirksam und EU-rechtswidrig
Claudio WiekMigrationsforscher Knaus: Deutsche Grenzkontrollen sind unwirksam und EU-rechtswidrig
Migrationsforscher Gerald Knaus kritisiert deutsche Zurückweisungspraxis an Binnengrenzen
Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat sich gegen die deutsche Praxis der Zurückweisungen an den Binnengrenzen ausgesprochen. Seiner Ansicht nach verstößt dieses Vorgehen gegen EU-Recht und trägt kaum zur Bewältigung der Migrationsherausforderungen bei. Seine Kritik fällt in eine Phase, in der die Asylanträge in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen sind.
Die umstrittene Zurückweisungspolitik, die ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD gefordert worden war, richtet sich gegen Asylsuchende, die aus Österreich, Polen und der Schweiz einreisen. Trotz ihrer Umsetzung behauptet Knaus, die Maßnahme habe in der Praxis kaum Wirkung gezeigt. Er bezeichnet sie als symbolische Politik statt als nachhaltige Lösung.
Seit 2024 sind die Asylanträge in Deutschland deutlich gesunken. Knaus führt diesen Rückgang jedoch nicht auf deutsche Politik zurück, sondern auf veränderte Bedingungen in Syrien. 2024 ließen sich 80 Prozent der Syrier, die in der EU Schutz erhielten, in Deutschland und Österreich nieder – zwei Länder, die den Rückgang der Geflüchtetenzahlen besonders spürbar zu spüren bekommen.
Knaus warnt, dass der aktuelle Ansatz die rechtlichen Standards der EU untergraben könnte. Statt sich auf Kontrollen an Binnengrenzen zu konzentrieren, schlägt er vor, dass eine engere Zusammenarbeit effektiver wäre, um Migrationsströme zu steuern.
Die Debatte über die deutsche Zurückweisungspolitik hält an, während die Asylzahlen sinken. Knaus besteht darauf, dass die Maßnahme keine langfristige Wirksamkeit besitze und möglicherweise im Widerspruch zu EU-Vorgaben stehe. Unterdessen bleiben Deutschland und Österreich die wichtigsten Zielländer für syrische Schutzsuchende in Europa.






