Nordkurier liefert Zeitungen künftig abends – warum das Print überleben soll
Claudio WiekNordkurier liefert Zeitungen künftig abends – warum das Print überleben soll
Nordkurier Media Group stellt Zeitungszustellung um: Abends statt morgens
Die Nordkurier Media Group ändert die Auslieferung ihrer Printzeitungen. Künftig werden Titel wie der Nordkurier und die Schweriner Volkszeitung abends statt morgens zugestellt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender Kosten und rückläufiger Verkaufszahlen, die die traditionelle Morgenauslieferung unwirtschaftlich machen.
Die Entscheidung ist das Ergebnis jahrelanger finanzieller Belastungen. Höhere Mindestlöhne und schrumpfende Auflagen haben die Kosten für die Frühzustellung in die Höhe getrieben. Statt den Printbereich komplett aufzugeben, setzt die Gruppe auf eine Umstrukturierung.
Das neue System sieht vor, dass Zeitungen gemeinsam mit Paketen, Lebensmitteln und Medikamenten ausgeliefert werden. Ein eigenes Logistiknetz wird aufgebaut, um die Abendzustellung zu bewältigen. Auch die Schwäbische Zeitung und der Zollern-Alb-Kurier stellen auf dieses Modell um.
Leser erhalten weiterhin sieben Printausgaben pro Woche – nun von Dienstag bis Sonntag – statt wie bisher sechs. Die digitale Version bleibt täglich verfügbar. Erste Pilotprojekte in ausgewählten Regionen haben bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert.
Der Logistikdienstleister Hermes hat sich als einer der ersten Kunden für den erweiterten Lieferservice verpflichtet. Verlage, die keine ähnlichen Anpassungen vornehmen, riskieren, ihren Lesern nur noch digitale Angebote machen zu können. Die vollständige Umstellung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Mit dem Wechsel zur Abendzustellung will die Gruppe die Zukunft der gedruckten Zeitungen in der Region sichern. Durch die Kombination mit anderen Waren sollen Kosten gesenkt und die gedruckten Ausgaben wirtschaftlich tragfähig bleiben. Der Schritt könnte Schulbeispiel für andere kämpfende Verlage werden.






