15 April 2026, 18:25

Rechtsextreme Gewalt 2025: 112 Angriffe auf Zivilgesellschaft in nur einem Jahr

Plakat mit fetter schwarzer Schrift "Rape Ain't Right: Sexual Assault is a Serious Issue" auf weißem Hintergrund mit schwarzem Rahmen.

Rechtsextreme Gewalt 2025: 112 Angriffe auf Zivilgesellschaft in nur einem Jahr

Zivilgesellschaft in Deutschland 2025: Zunehmende Feindseligkeit von rechts

Zivilgesellschaftliche Gruppen in Deutschland sahen sich 2025 einer wachsenden Feindseligkeit ausgesetzt, wobei rechtsextreme Akteure Bedrohungen und Gewalt weiter eskalieren ließen. Ein neuer Bericht der Amadeu Antonio Stiftung verzeichnete 112 Angriffe – im Schnitt fast einen alle drei Tage. Besonders betroffen waren Gemeinschaftszentren, Jugendprojekte und LGBTQ+-Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet.

Besonders hart traf die Welle der Aggression Ostdeutschland, wo die Hälfte aller dokumentierten Vorfälle stattfand. In Kusel (Rheinland-Pfalz) erhielt der Sozialarbeiter Bastian Drumm Hasspost, Todesdrohungen und extremistisches Propagandamaterial in seinem Gemeinschaftszentrum. Er kritisierte die Reaktion der Bundesregierung scharf und bezeichnete die Pläne zur Umstrukturierung des Programms "Lebendige Demokratie!" als unzureichend.

Auch die physische Gewalt nahm zu: In Hannover wurde ein autonomes Jugendzentrum mit Buttersäure beschmiert. Nur Tage vor den CSD-Feierlichkeiten in Cottbus fiel das Rainbow Center einem Brandanschlag zum Opfer. Unterdessen forderte die AfD-Fraktion in Riesa, dass sich alle Jugendlichen in Jugendprogrammen mit Namen und Adresse registrieren lassen – ein Schritt, den Expert:innen als Einschüchterungs- und Überwachungsversuch gegen Engagierte werten.

Fachleute warnen, die AfD spiele eine doppelte Rolle: Einerseits werden durch politische Kampagnen Ziele markiert, während verbündete Gruppen die Gewalt ausüben. Gleichzeitig binden die parlamentarischen Taktiken der Partei Behördenressourcen und lenken sie von der Schutzaufgabe für die Zivilgesellschaft ab. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte daraufhin eine Neuausrichtung der Initiative "Lebendige Demokratie!" an – doch für die rund 200 geförderten Projekte bleibt die Zukunft ungewiss.

Der Bericht zeigt ein besorgniserregendes Muster rechtsextremer Feindseligkeit: von Todesdrohungen über Brandstiftung bis hin zu bürokratischer Schikane. Mit 112 Angriffen in nur einem Jahr stehen Aktivist:innen unter anhaltendem Druck. Die Reaktion der Regierung – eine Umverteilung der Mittel statt eines Ausbaus des Schutzes – lässt viele gefährdete Gruppen weiter auf konkrete Unterstützung warten.

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