23 April 2026, 14:44

Sachsen-Anhalt kämpft um junge Fachkräfte: Warum sie die Region verlassen

Ausführliche alte Karte von Leipzig, Deutschland, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text über Bevölkerung, Straßen und bemerkenswerte Orte zeigt.

Sachsen-Anhalt kämpft um junge Fachkräfte: Warum sie die Region verlassen

Eine aktuelle Diskussion hat die wachsenden Herausforderungen des Brain-Drains in Sachsen-Anhalt in den Fokus gerückt, wo viele junge Fachkräfte nach Abschluss ihres Studiums oder ihrer Ausbildung die Region verlassen. Damiano Valgolio, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, diskutierte gemeinsam mit Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der Grünen in Sachsen-Anhalt, über mögliche Lösungen, um qualifizierte Nachwuchskräfte in der Region zu halten.

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Im Mittelpunkt der Debatte stand die anhaltende Kluft zwischen Ost und West sowie der Kampf um den Erhalt von Fachkräften in Sachsen-Anhalt. Viele junge Menschen absolvieren dort zwar eine Ausbildung oder ein Studium, ziehen nach ihrem Abschluss jedoch weg – zurück bleiben unbesetzte Ausbildungsplätze und eine schrumpfende Bevölkerung. Valgolio betonte, dass bessere Arbeitsplatzangebote und attraktivere Arbeitsbedingungen nötig seien, um die Menschen zum Bleiben zu motivieren.

Ein weiteres zentrales Problem ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Hanna, die ursprünglich aus Berlin stammt, schilderte ihre Schwierigkeiten, trotz festem Job eine Wohnung zu finden. Dennis Chiponda, der derzeit in Leipzig lebt, äußerte sich frustriert über die hohen Mieten und restriktiven Arbeitsverträge in Berlin, die einen Umzug fast unmöglich machten. Zudem erklärte er, dass er sich in Wohngemeinschaften nicht mehr wohlfühle – dafür sei er mittlerweile zu alt.

Sziborra-Seidlitz kritisierte scharf die jüngsten abwertenden Äußerungen Friedrich Merzs über die Bevölkerung der Region. Anschließend lenkte die Diskussion den Blick auf politische Lösungsansätze, darunter faire Löhne, eine Stärkung der Tarifbindung und die Verringerung des Arbeitsdrucks. Auch der Zugang zu hochwertiger Bildung und bezahlbarem Wohnraum wurden als entscheidende Punkte hervorgehoben.

Das Treffen unterstrich die Dringlichkeit konkreter Maßnahmen, um den demografischen Niedergang Sachsen-Anhalts aufzuhalten. Nun prüfen Politikerinnen und Politiker, wie sie die Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern können, um junge Fachkräfte anzuziehen und langfristig zu binden. Ohne gezielte Schritte droht der Region weiterhin der Abfluss von Talenten in Städte wie Berlin oder Leipzig.

Quelle