"Sichere Häfen"-Initiative gewinnt in Baden-Württemberg an Unterstützung und Friedenspreis
Jessika Fröhlich"Sichere Häfen"-Initiative gewinnt in Baden-Württemberg an Unterstützung und Friedenspreis
Die Initiative "Sichere Häfen" gewinnt in Baden-Württemberg an Fahrt – mittlerweile unterstützen 44 Gemeinden ihre Ziele. Die Kampagne stellt sich gegen die wachsende isolationistische Politik Europas und fordert eine gerechtere Behandlung von Geflüchteten. Kürzlich erhielt die dahinterstehende Gruppe für ihr Engagement nicht nur Anerkennung, sondern auch finanzielle Unterstützung.
Im Mittelpunkt der Initiative steht die Seebrücke-Bewegung, die sich für sichere Fluchtwege, legale Seenotrettung und würdige Lebensbedingungen von Geflüchteten einsetzt. Ihr Landesverband in Baden-Württemberg wurde mit dem Stuttgarter Friedenspreis 2023 ausgezeichnet – verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro. Die Jury würdigte damit ihr Engagement für eine humanere Migrationspolitik und ihren Widerstand gegen das, was sie als menschenrechtswidrige Asylregeln Europas bezeichnet.
Bei der Preisverleihung hielt Ryyan Alshebl, ein syrischer Geflüchteter und Bürgermeister von Ostelsheim, die Laudatio. Er kritisierte die aktuelle Asyldebatte in Deutschland als frustrierend und unfruchtbar. Elena, Sprecherin der Seebrücke Baden-Württemberg, pflichtete ihm bei und warf Europa vor, grundlegende Menschenrechte zu missachten.
Über Baden-Württemberg hinaus wächst das "Sichere-Häfen"-Netzwerk: Mindestens neun Städte und Gemeinden in ganz Deutschland – darunter Frankfurt, Kassel, Wiesbaden und Darmstadt – haben sich bereits angeschlossen. Auch kleinere Kommunen wie Bad Soden, Eichenzell und Schwalbach erklärten ihre Unterstützung. Unterdessen erhielt das Junge Theater der Waldbühne Sigmaringendorf den Jugendpreis derselben Stiftung, verliehen vom Bürgerprojekt "Die AnStifter".
Das Preisgeld und die wachsende Zahl teilnehmender Kommunen stärken die Reichweite der Kampagne. Mit 44 Gemeinden allein in Baden-Württemberg setzt sich die Initiative weiter für eine Reform der Asylpolitik ein. Die Auszeichnung durch die Stuttgarter Friedenspreis-Stiftung verleiht ihrer Forderung nach sicheren und humaneren Fluchtwegen zusätzliches Gewicht.






