25 March 2026, 14:25

Sondierungsgespräche in Baden-Württemberg: CDU und Grüne starten mit alten Konflikten

Alte Karte von Stuttgart, Deutschland, mit einem grünen Rand, die detaillierte Gebäude, Straßen und Merkmale zeigt, begleitet von Texten über die Einwohnerzahl, Lage und Geschichte der Stadt.

Sondierungsgespräche in Baden-Württemberg: CDU und Grüne starten mit alten Konflikten

Sondierungsgespräche zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg beginnen unter Spannungen

Zwei Wochen nach der Landtagswahl haben in Stuttgart die explorativen Koalitionsgespräche zwischen CDU und Grünen unter angespannter Atmosphäre begonnen. Beide Parteien trafen sich, um über eine mögliche Regierungsbildung zu verhandeln – doch öffentliche Streitpunkte und alte Konflikte belasten die frühen Verhandlungen von vornherein.

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Das erste Treffen fand im Tagungszentrum der Katholischen Kirche in der Stuttgarter Fußgängerzone statt. Die Grünen-Politiker erschienen früh, während die CDU-Vertreter zehn Minuten später aus einer anderen Richtung eintrafen. Im Inneren boten die Grünen Getränke und Brezeln mit Butter an – eine kleine Geste, bevor die offiziellen Gespräche begannen.

Die ersten Austausche konzentrierten sich auf den Aufbau von Vertrauen zwischen Cem Özdemir, dem neu gewählten Grünen-Vorsitzenden, und Manuel Hagel von der CDU. Doch schnell kamen Spannungen auf: Innenminister Thomas Strobl (CDU) geriet vor Journalisten in Konflikt, bis Hagel eingriff, um die Situation zu beruhigen. Später zog Strobl Kritik auf sich, als er zwischen "Kretschmann-Grünen" und "Özdemir-Grünen" unterschied – eine Andeutung, letztere seien weniger verlässlich.

Hinter den Kulissen drängt die CDU auf mehr Ministerien als die Grünen und strebt damit eine Pattsituation im Kabinett an, in der die Stimme des Ministerpräsidenten als entscheidende Stimmenthaltung zugunsten der Union ausfallen würde. Öffentlich stellt die Partei die bisherige Dominanz der Grünen als Ausnahme dar – eine Behauptung, die durch Özdemirs Wahlsieg im März geschwächt wird. Unterdessen war Hagel selbst Ziel von Hassnachrichten und Bedrohungen im Netz geworden, doch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren später ein. Zudem werfen CDU-Vertreter den Grünen vor, im Wahlkampf eine Schmierenkampagne betrieben zu haben, ohne dass dafür aktuelle Belege vorliegen.

Die Gespräche folgen auf Wochen der öffentlichen Positionierung, in denen keine Seite bisher Kompromissbereitschaft zeigte. Nun müssen beide Parteien tiefe Gräben überwinden, wenn sie eine stabile Regierung bilden wollen.

Die Verhandlungen stehen vor erheblichen Hindernissen – von persönlichen Konflikten bis hin zu strategischen Forderungen. Scheitern die Gespräche, droht Baden-Württemberg eine längere Phase politischer Unsicherheit. Das Ergebnis wird zeigen, ob CDU und Grüne gemeinsam regieren können – oder ob der Südwesten einen anderen politischen Weg einschlägt.

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