Taxiunternehmer aus Karlsruhe wegen 440.000-Euro-Sozialbetrugs verurteilt
Claudio WiekTaxiunternehmer aus Karlsruhe wegen 440.000-Euro-Sozialbetrugs verurteilt
Ein 58-jähriger Taxiunternehmer aus dem Landkreis Karlsruhe ist wegen großangelegten Sozialbetrugs verurteilt worden. Der Fall flog bei einer routinemäßigen Zollkontrolle auf, bei der unbeglichene Abgaben in Höhe von über 440.000 Euro entdeckt wurden. Dem Mann drohen nun eine Bewährungsstrafe sowie eine empfindliche Geldstrafe.
Die Ermittlungen ergaben, dass der Unternehmer systematisch Sozialabgaben und Steuern für Beschäftigte sowohl in seinem Taxibetrieb als auch in einem von ihm geführten Café vorenthalten hatte. Über Jahre hinweg wies er Fahrer an, Schichtaufzeichnungen zu fälschen, um die tatsächlichen Arbeitszeiten zu verschleiern. Zudem vernichtete er täglich Pflichtdokumente, um die Betrugsmasche zu vertuschen.
Das Amtsgericht Karlsruhe sprach ihn in 126 Einzelfällen des Vorenthaltens und der Veruntreuung von Lohnbestandteilen schuldig. Neben den vorenthaltenen Zahlungen hatte er während der Corona-Pandemie zudem ungerechtfertigt Kurzarbeitergeld beantragt. Laut öffentlichen Unterlagen gab es in der Region Karlsruhe in den letzten Jahren keine vergleichbaren Verfahren gegen andere Unternehmen.
Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde – vorausgesetzt, er bleibt straffrei. Zudem muss er 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und die vollen 440.000 Euro an ausstehenden Abgaben zurückzahlen.
Die Verurteilung folgt auf monatelange Ermittlungen wegen vorsätzlicher Umgehung seiner finanziellen Verpflichtungen. Die Bewährungsstrafe und die Rückzahlungsauflage unterstreichen die Schwere des Betrugs. Die Behörden bestätigten, dass es seit 2021 in der Region keine weiteren Fälle dieses Ausmaßes gegeben habe.






