21 March 2026, 16:45

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet nach 120 Jahren Insolvenz an

Offenes Buch mit handschriftlicher genealogischer Familienbaum-Darstellung einer deutschen Familie, gefüllt mit detaillierten Abstammungsinformationen.

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet nach 120 Jahren Insolvenz an

Mayer & Cie., traditioneller Rundstrickmaschinen-Hersteller mit 120-jähriger Geschichte, meldet Insolvenz an

Der familiengeführte Maschinenbauer Mayer & Cie., der seit 120 Jahren Rundstrickmaschinen produziert und über 30 Prozent des Weltmarktes hält, hat Insolvenz angemeldet. Sollte es dem Unternehmen nicht innerhalb von drei Monaten gelingen, sich zu erholen, droht die endgültige Schließung. Die Geschäftsführung macht externe Faktoren wie Handelskonflikte und Inflation für die finanzielle Krise verantwortlich.

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Das Unternehmen, das seit vier Generationen von der Familie Mayer geführt wird – aktuell von Benjamin, Marcus und Sebastian Mayer –, dominierte die Branche jahrelang. Zwischen 2021 und 2025 steigerte es seinen Marktanteil von 25 auf über 30 Prozent und überflügelte damit Konkurrenten wie Santoni und Terrot. Innovationen im Bereich Hochgeschwindigkeitsmaschinen und digitale Technologien festigten die Position als globaler Marktführer, wie Branchenberichte der ITMA 2023 zeigen.

Doch die Herausforderungen mehrten sich, als chinesische Wettbewerber den Markt mit preisgünstigen Textilmaschinen fluteten. Diese Dumping-Praktiken ließen die Umsätze von Mayer & Cie. um 50 Prozent einbrechen. Zusätzliche Belastungen brachten der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Ukraine-Krieg sowie die galoppierende Inflation in der Türkei – einem wichtigen Absatzmarkt.

2023 führte das Unternehmen Kurzarbeit ein, die später auf alle Abteilungen ausgeweitet wurde, da die Auftragslage weiter zurückging. Nun wurden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet, wodurch die bestehende Geschäftsführung die Kontrolle behält, während der Betrieb aufrechterhalten wird. Der vorläufige Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli und der Restrukturierungsexperte Martin Mucha begleiten den Prozess. Mucha stellt zudem eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 100 Millionen Euro bereit.

Die 280 Mitarbeiter des Unternehmens erhalten für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Findet sich bis zum Ablauf der Frist keine Lösung, droht die endgültige Schließung des Betriebs.

Mayer & Cie. bleibt nun ein Zeitfenster von drei Monaten, um die Finanzen zu stabilisieren – anderenfalls steht das Aus des traditionsreichen Marktführers bevor. Die 100 Millionen Euro sollen die Umstrukturierung vorantreiben, während die Belegschaft auf vorübergehende Leistungen angewiesen ist. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das 120 Jahre alte Unternehmen seine tiefste Krise überstehen kann.

Quelle