15 May 2026, 06:23

VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst ist tot

Zwei Frauen in modischer Kleidung mit gestyltem Haar stehen nebeneinander und schauen freundlich in die Kamera in einer Werbung für die Arts de la Femme Exposition mit hellblauem Hintergrund und fetter schwarzer Schrift.

VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst ist tot

VALIE EXPORT, die einflussreiche feministische Künstlerin, die mit ihren mutigen Erkundungen von Körper, Medien und Geschlecht bekannt wurde, ist tot. Geboren als Waltraud Lehner 1940 in Linz, Österreich, prägte sie über sechs Jahrzehnte hinweg die Avantgarde- und Performancekunst wie kaum eine andere. Ihr Werk brach mit Konventionen und kämpfte durch radikale Kreativität für die Emanzipation der Frau.

Lehner absolvierte zunächst eine Ausbildung an der Kunstschule Linz (Linzer Schule für Kunst und Handwerk), bevor sie nach Wien zog, um Textildesign zu studieren. 1966 setzte sie mit einer provokanten künstlerischen Geste ihr erstes Statement: eine Zigarettenpackung mit ihrem Porträt und dem Namen VALIE EXPORT – ein Pseudonym, das sie wie eine Markenidentität annahm. Dieser Akt markierte den Beginn einer Karriere, die sich der Demontage patriarchaler Strukturen in der Kunst verschrieb.

Bis 1970 präsentierte sie mit Split Reality ihr erstes Videokunstwerk auf einer Ausstellung in London. Ihre Arbeiten erreichten bald ein globales Publikum und waren auf bedeutenden Veranstaltungen wie der documenta, der Biennale Venedig und im MoMA zu sehen. Obwohl sie dem Wiener Aktionismus zugerechnet wurde, kritisierte sie dessen frauenfeindliche Tendenzen offen und ging ihren eigenen Weg.

Zeit ihres Lebens blieb EXPORT Themen wie körperliche Selbstbestimmung, Medientritik und konzeptuelle Strenge verpflichtet. Für ihr Schaffen erhielt sie renommierte Auszeichnungen, darunter den Oskar-Kokoschka-Preis, die Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien und den Courage Award for the Arts in New York.

EXPORTs Vermächtnis umfasst Performance, Film und Installation und hinterlässt unauslöschliche Spuren in der feministischen und zeitgenössischen Kunst. Ihr furchtloses Infragestellen von Machtstrukturen inspiriert bis heute Künstler:innen und Aktivist:innen weltweit. Die Preise und Ausstellungen, die sie im Laufe ihres Schaffens sammelte, zeugen von einer Karriere, die durch unermüdlichen Innovationsgeist und Auflehnung geprägt war.

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