06 May 2026, 08:39

Warum ein Mainzer Restaurant mit dem Namen Heimat so polarisiert

Ein Berliner Restaurant mit hölzernen Tischen und Stühlen in der Nähe eines großen Fensters, das eine Außenansicht von Fußgängern, Gebäuden und städtischen Elementen zeigt.

Warum ein Mainzer Restaurant mit dem Namen Heimat so polarisiert

Ein Restaurant in Mainz namens Heimat steht seit Monaten im Zentrum einer hitzigen Kontroverse. Der Besitzer Veli Ivecen, ein türkisch-kurdischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen – doch allein der Name hat eine Welle der Feindseligkeit ausgelöst. Die Angriffe reichen von verbalen Beleidigungen über Online-Belästigung bis hin zu Auseinandersetzungen direkt im Restaurant.

Ivecen wählte den Namen Heimat – zu Deutsch „Zuhause“ – bewusst, um einen einladenden Ort für alle in Mainz zu schaffen. Er betont, dass der Begriff keinerlei politische Bedeutung trage, sondern ein Gefühl der Zugehörigkeit für Gäste und die Stadt vermitteln solle. Dennoch werfen ihm Kritiker aus dem linken wie rechten Lager vor, provozieren zu wollen: Einige bezeichnen ihn als Nazi, andere stellen die Verschmelzung türkischer und kurdischer Aromen mit deutschen Gerichten infrage.

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Die Feindseligkeiten spitzten sich zu, als Unbekannte die Fassade des Restaurants mit dem Slogan „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“ beschmierten. Ivecen ließ die Parole entfernen, doch die Angriffe rissen nicht ab. Sein privater Instagram-Account wurde mit Nachrichten überflutet, Hass-E-Mails trafen ein, und Fremde konfrontierten ihn auf offener Straße. Einmal skandierten junge Demonstranten sogar den Hitlergruß vor dem Gebäude.

Anfangs überfordert, dachte Ivecen kurz darüber nach, das Restaurant umzubenennen, um weiteren Konflikten aus dem Weg zu gehen. Doch mittlerweile weigert er sich, nachzugeben. Zwar sei er offen für konstruktive Kritik an seinem kulinarischen Konzept, die persönlichen Angriffe jedoch bezeichnet er als inakzeptabel. Sein Entschluss, Heimat beizubehalten, ist heute fester denn je.

Trotz der anhaltenden Anfeindungen bleibt Ivecen seiner Vision treu: ein Restaurant, das Kulturen verbindet. Der Name Heimat bleibt – und er heißt weiterhin alle Gäste willkommen. Doch die Kontroverse um Identität, Küche und Zugehörigkeit in Mainz ebbt nicht ab. Vorerst bleibt die Debatte ungelöst.

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