29 March 2026, 02:29

Wie Fachkräfte Radikalisierung bei Geflüchteten frühzeitig erkennen können

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Wie Fachkräfte Radikalisierung bei Geflüchteten frühzeitig erkennen können

Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex) veranstaltet Online-Fachveranstaltung zu Radikalisierungsrisiken bei Geflüchteten

Das Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex) hat kürzlich eine Online-Veranstaltung zum Thema Erkennen von Radikalisierungsrisiken und Warnsignalen bei Menschen mit Fluchterfahrung ausgerichtet. Fast 200 Fachkräfte nahmen an der Session teil, die Fachvorträge sowie eine Fragerunde mit Vertretern des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg umfasste. Ziel der Veranstaltung war es, die Früherkennung und Prävention in der Flüchtlingshilfe zu stärken.

Die Online-Veranstaltung war Teil eines modularen Schulungsprogramms, zu dem auch Präsenzworkshops und maßgeschneiderte Formate gehören, in denen die Deradikalisierungsarbeit von konex erläutert wird. Bettina Rommelfanger, Polizeidirektorin und Geschäftsführerin von konex, betonte das Anliegen der Veranstaltung: Fachkräfte sollen befähigt werden, Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Stabile Strukturen und Prävention als Schlüssel Dr. Daniel Köhler, wissenschaftlicher Leiter von konex, unterstrich, dass die Bekämpfung von Radikalisierung stabile soziale Strukturen und proaktive Präventionsmaßnahmen erfordert. Das Phänomen sei komplex und verlange abgestimmte Anstrengungen aller zuständigen Stellen. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und steht Interessierten auf Anfrage zur Verfügung, um noch mehr Akteur:innen in der Flüchtlingshilfe zu erreichen.

Das bei der Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) angesiedelte konex verzeichnet zunehmend Anfragen von Mitarbeitenden in der Flüchtlingsarbeit zu Anzeichen von Radikalisierung. Die Einrichtung bietet Beratung und Informationen für alle von Extremismus Betroffenen – unabhängig von deren Hintergrund. Während es in anderen Bundesländern ähnliche Angebote gibt, wie etwa das Programm Radikal.Verstehen der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX), liegt der Fokus von konex auf praktischer Frühintervention.

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig die Vernetzung zwischen Behörden und Unterstützungsnetzwerken ist. Die Aufzeichnung kann über konex angefordert werden, um das Bewusstsein für Radikalisierungsrisiken weiter zu schärfen. Für weitere Informationen oder Beratung steht konex unter der E-Mail-Adresse [email protected] oder auf der Website www.konex-bw.de zur Verfügung.

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