27 April 2026, 04:26

ZDK reformiert Satzung und trennt sich vom Kraftfahrzeuggewerbe

Mercedes-Benz A-Klasse Schrägheck in Frankfurt mit glänzendem Schwarz, Chromakzenten und sportlichem, niedrigem Design umgeben von Menschen.

ZDK reformiert Satzung und trennt sich vom Kraftfahrzeuggewerbe

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Satzung durchgesetzt, um Rollen klarer zu definieren und die Transparenz zu erhöhen. Die Änderungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen mit dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZVK) einen Höhepunkt erreichen – Streitigkeiten über Finanzierung und Governance haben nun zu einer formellen Trennung geführt.

Die im späten Januar beschlossene Umstrukturierung markiert den ersten Schritt hin zu einer vollständigen institutionellen Trennung der beiden Verbände. Die Führung des ZDK betont, die neuen Regeln würden die Realitäten der Branche besser widerspiegeln und Entscheidungsprozesse beschleunigen.

Den Reformen gingen monatelange eskalierende Konflikte voraus. Im Oktober 2025 hatte der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK gefordert, was zu juristischen Auseinandersetzungen führte. Zwar hat sich der Streit um Gebühren für Fahrzeugprüfungen rechtlich etwas entschärft, doch tiefere Meinungsverschiedenheiten über Kontrolle und Finanzierung bleiben ungelöst.

Laut der neuen Satzung werden die Ausschüsse des ZDK künftig rein beratend tätig sein. Die Entscheidungsgewalt liegt nun bei der Mitgliederversammlung, in der ein Sitz der Handwerksführung vorbehalten ist. Zudem erhält der Bonner Hauptsitz exklusive Sprecherrechte, um doppelte Zuständigkeiten zu vermeiden.

Um eine Isolation der Innungen zu verhindern, hat der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Betriebe eingeführt. Damit sollen regionale Gliederungen enger an die Zentrale angebunden werden. Zusätzlich plant der Verband verstärkte Aufklärungsarbeit in betroffenen Gebieten, um die Folgen eines möglichen Austritts zu erläutern.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler präsentieren die Reformen als Schritt zu mehr Transparenz. Die Neuerungen würden die Governance stärker an den Bedürfnissen der Branche ausrichten, so die Argumentation. Ungewiss bleibt jedoch, ob der ZVK die neuen Strukturen akzeptieren wird.

Eine Rückkehr zur Zusammenarbeit der beiden Organisationen ist zwar denkbar – allerdings nur, wenn der ZVK die politische Gestaltungshoheit des ZDK anerkennt. Bis dahin wird sich die Trennung weiter konkretisieren, wobei gemeinsame Personalstrukturen in den Gremien bereits schrittweise abgebaut werden.

Die Reformen verlagern die Entscheidungsbefugnisse von gemeinsamen Ausschüssen hin zur Zentralführung des ZDK. Handwerksbetriebe erhalten klarere Wege, um sich dem Bonner Hauptsitz anzuschließen, was das Risiko einer organisatorischen Zersplitterung verringert.

Die nächste Phase hängt von der Reaktion des ZVK ab: Akzeptiert er das neue Rahmenwerk, könnte die Zusammenarbeit wiederaufgenommen werden. Lehnt er ab, wird sich die Spaltung verfestigen – und die Unternehmen müssen sich an ein umgestaltetes System anpassen.

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