Apothekenbranche kämpft mit überalterter Belegschaft und drohenden Personallücken
Claudio WiekApothekenbranche kämpft mit überalterter Belegschaft und drohenden Personallücken
Deutschlands Apothekenbranche steht vor einer alternden Belegschaft
Fast ein Drittel der Apothekerinnen und Apotheker ist heute 56 Jahre oder älter – eine Entwicklung, die Sorgen um die künftige Personaldecke aufkommen lässt. Besonders ausgeprägt ist der Trend in öffentlichen Apotheken, wo das Durchschnittsalter auf 48,4 Jahre gestiegen ist.
Laut Daten aus dem Jahr 2024 sind 30 Prozent der Apotheker 56 Jahre oder älter. Davon entfallen 13,5 Prozent auf die Altersgruppe zwischen 56 und 60 Jahren, weitere 6,5 Prozent sind 66 Jahre oder älter. Jüngere Beschäftigte sind deutlich seltener vertreten: Nur 12,5 Prozent sind zwischen 31 und 35 Jahre alt, und 10,7 Prozent unter 30.
Das Durchschnittsalter variiert je nach Apothekentyp. Filialleiter in öffentlichen Apotheken sind mit 53,6 Jahren am ältesten. Dagegen beschäftigen Krankenhaus- und Industrieapotheken jüngere Teams – hier liegen die Durchschnittsalter bei 41,3 bzw. 43 Jahren. Diese Werte liegen deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt, wo nur etwa ein Viertel der Erwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahre alt ist.
Die Situation könnte sich weiter verschärfen, wenn die Babyboomer-Generation in Rente geht. In den nächsten 15 Jahren werden voraussichtlich 13,4 Millionen Beschäftigte – fast ein Drittel der Erwerbsbevölkerung des Vorjahres – das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreichen. Dieser Abgang droht in der Apothekenbranche erhebliche Personallücken zu hinterlassen.
Angesichts des hohen Anteils älterer Apotheker muss sich der Sektor auf eine schrumpfende Belegschaft einstellen. Der Verlust erfahrener Fachkräfte könnte die Versorgung in öffentlichen Apotheken, Krankenhäusern und der pharmazeutischen Industrie beeinträchtigen. Die Bewältigung dieses demografischen Wandels wird in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung sein.






