06 May 2026, 16:23

Pharma- und Biotechbranche fordert von Warken rasche Reformen gegen Standortrisiken

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Pharma- und Biotechbranche fordert von Warken rasche Reformen gegen Standortrisiken

Fünf Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Position Deutschlands auf dem globalen Markt. Die Verbände warnen, dass ohne entschlossene Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts weiter schwinden könnte.

In ihrem Schreiben benennen die Verbände mehrere drängende Probleme. Sie verweisen auf die Auswirkungen der US-Handels- und Arzneimittelpreispolitik, die ihrer Ansicht nach den Zugang Deutschlands zu innovativen Medikamenten gefährde. Ein weiteres zentrales Thema sei die Abhängigkeit des Landes von China bei Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien.

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Kritik übten die Verbände auch am kürzlich verabschiedeten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Das Gesetz habe Verunsicherung in der Branche ausgelöst, heißt es. Vorschläge für verschärften Preiswettbewerb bei patentgeschützten Arzneimitteln sowie strengere mengenbasierte Preisregelungen lehnen sie entschieden ab.

Zwar räumen die Verbände ein, dass der jüngste Pharma-Dialog dazu beigetragen habe, Vertrauen wiederherzustellen. Dennoch betonen sie die Notwendigkeit umfassenderer Maßnahmen. Gefordert wird eine ressortübergreifende Strategie, um die Herausforderungen der deutschen Pharmabranche zu bewältigen. Im Schreiben wird darauf hingewiesen, dass bereits Reformvorschläge eingereicht wurden, auf die jedoch noch keine offizielle Reaktion erfolgt sei.

Für die nächste Phase der Pharma-Strategie pochen die Verbände darauf, dass alle relevanten Bundesministerien sowie das Bundeskanzleramt eingebunden werden müssen.

Der Brief unterstreicht die Dringlichkeit, strukturelle Probleme in der deutschen Pharmaindustrie anzugehen. Ohne ein abgestimmtes Vorgehen drohe dem Land der Anschluss in Sachen Innovation und Marktstabilität zu verlieren, warnen die Verbände. Die weiteren Schritte hängen nun davon ab, wie die Bundesbehörden auf ihre Vorschläge reagieren.

Quelle