Stilles Mahnmal in Brandenburg erinnert an vergessene NS-Zwangsarbeiter
Jessika FröhlichStilles Mahnmal in Brandenburg erinnert an vergessene NS-Zwangsarbeiter
Ein ruhiger Landweg in Brandenburg birgt heute eine eindringliche Mahnung an die Vergangenheit. Am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande erhebt sich eine Skulptur aus Cortenstahl – ein Denkmal für die Menschen, die dort in den frühen 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unter ihnen war Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde.
Die 2018 auf Initiative von Jutta Baumwols Bruder errichtete Statue dient als Ort der Besinnung, der Trauer und des Gedenkens. Sie soll sicherstellen, dass dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Anlässlich des Holocaust-Gedenktags und zum Jahrestag der Befreiung des Gutes versammeln sich hier Besucher.
Auch Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten machen hier Halt – im Mai, zu Baumwols 101. Geburtstag, werden besonders viele erwartet.
Unterdessen sorgte 2021 in den USA ein anderes Denkmal für Schlagzeilen: Der damalige Präsident Donald Trump ließ in der Nähe des Weißen Hauses ein Standbild für Christoph Kolumbus errichten. Die Aufstellung erfolgte während der Black-Lives-Matter-Proteste nach dem Tod von George Floyd und wurde von manchen als Gegenreaktion auf die historische Aufarbeitung interpretiert. Italienisch-amerikanische Organisationen unterstützten die Entscheidung.
Während die Brandenburg-Skulptur nach wie vor ein zentraler Anlaufpunkt für Nachkommen und Besucher bleibt – ein dauerhaftes Zeichen für die Opfer von Neuendorf im Sande –, entfacht das Kolumbus-Denkmal in Washington weiterhin Debatten darüber, wie Geschichte erinnert werden soll.






