18 April 2026, 16:23

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung auf Demokratie oder Rückfall in Autoritarismus?

Altes Buch mit einer detaillierten Karte von Syrien auf dem Cover, einschließlich geografischer Merkmale und Städtenamen, vor einem schwarzen Hintergrund.

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung auf Demokratie oder Rückfall in Autoritarismus?

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besucht diese Woche Berlin – ein entscheidender Moment in Deutschlands Engagement mit dem Syrien nach Assad. Menschenrechtsorganisationen begrüßen die Gespräche, warnen jedoch, dass demokratische Fortschritte im Mittelpunkt jeder Zusammenarbeit stehen müssen. Die Verhandlungen folgen auf den Sturz des Regimes von Baschar al-Assad im Dezember 2024, ein historischer Wendepunkt, der als Chance für Reformen gilt.

Die deutsch-syrische Menschenrechtsgruppe Adopt a Revolution arbeitet seit 2011 mit lokalen Partnern in Syrien am Aufbau einer Zivilgesellschaft. Sophie Bischoff, die Ko-Vorsitzende der Organisation, nannte al-Scharaas Besuch einen "richtigen Schritt", betonte jedoch, dass Berlin auf demokratische Garantien drängen müsse. Sie verwies auf das schwere demokratische Defizit Syriens und warnte, die Übergangsregierung werde zunehmend autoritär – mit Berichten über Einschüchterungen.

Farhad Ahma vom syrischen Kulturzentrum PEL-Civil Waves kritisierte, Deutschland konzentriere sich zu sehr auf die Übergangsverwaltung. Er forderte eine breitere Einbindung lokaler Gemeinschaften, insbesondere bei Wiederaufbauprojekten. Unterdessen knüpfte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) deutsche Unterstützung an die Wiederbelebung umstrittene Abschiebungsabkommen – ein Schritt, den Bischoff als "problematisch" bezeichnete.

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Adopt a Revolution forderte zudem stärkere rechtliche Absicherungen für Syrer in Deutschland, die in ihre Heimat zurückkehren wollen. Vertreter bestanden darauf, dass künftige Kooperationen zivilgesellschaftliche Basisorganisationen einbeziehen müssen, um nachhaltige Stabilität zu gewährleisten.

Al-Scharaas Besuch markiert eine Wende in Deutschlands Syrien-Politik nach Jahren des Konflikts. Menschenrechtsaktivisten drängen auf konkrete Schritte hin zu mehr Demokratie und warnen, dass die Übergangsregierung ohne diese Gefahr läuft, alte Fehler zu wiederholen. Das Ergebnis der Gespräche könnte Syriens Zukunft prägen – und Deutschlands Rolle dabei.

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