TI-Anbindung für Therapeuten: Frist auf Oktober 2027 verschoben
Deutschland hat die Frist für Therapeuten und Anbieter medizinischer Hilfsmittel zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) verschoben. Der neue Stichtag ist nun der 1. Oktober 2027 – fast zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Die Verzögerung erfolgt, während das Land die Einführung elektronischer Rezepte für Therapien und medizinische Hilfsmittel vorantreibt.
Ursprünglich war der Termin auf Anfang 2026 festgelegt worden. Doch der Umstieg auf E-Rezepte erforderte mehr Zeit für die Umsetzung. Rund 90.000 Leistungserbringer erhalten nun zusätzliche Monate zur Vorbereitung.
Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) begrüßt die Fristverlängerung. Er argumentiert, dass so die Weiterentwicklung der Infrastruktur möglich sei. Gleichzeitig rät das Deutsche Medizinrechenzentrum (DMRZ) zu einer freiwilligen frühzeitigen Anbindung an die TI, um letzte-minute-Probleme zu vermeiden.
Die Verschiebung hat für einige Unternehmen finanzielle Folgen. Der IT-Dienstleister Cherry rechnet durch die Verzögerung mit Millionenverlusten. Um dies auszugleichen, treibt das Unternehmen hochmargige Ersatzprojekte voran und konzentriert sich auf Softwarelösungen. Sein System TIM.Pro ist bereits von der gematik zertifiziert und erfüllt damit die neuen Anforderungen.
Anbieter haben nun bis Oktober 2027 Zeit, sich an die TI anzuschließen. Zwar bietet die Verlängerung mehr Vorbereitungszeit, doch warnen Behörden davor, den Prozess auf die lange Bank zu schieben. Ziel der Änderung ist es, den Übergang zu digitalen Rezepten für Therapien und medizinische Hilfsmittel zu erleichtern.






