Abschied eines Klimapioniers: Hans-Martin Hennings Vermächtnis bei der Deutschen Bahn

Gönül Jacobi Jäckel
Gönül Jacobi Jäckel
3 Min.
Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.Gönül Jacobi Jäckel

Abschied eines Klimapioniers: Hans-Martin Hennings Vermächtnis bei der Deutschen Bahn

Verabschiedungsfeier ehrt Physiker und Klimafachmann Hans-Martin Henning nach über 30 Jahren bei der Deutschen Bahn

Bei einer gestrigen Abschiedsfeier wurde Professor Hans-Martin Henning, ein renommierter Physiker und Klimafachmann, für sein Lebenswerk geehrt. Nach mehr als drei Jahrzehnten bei der Deutschen Bahn ging er in den Ruhestand. Die Feier ehrte seine wegweisenden Beiträge zur deutschen Energiewende und brachte Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen, um über die künftigen Klimaziele des Landes zu diskutieren.

Henning, der bis August 2023 den Expertenrat der Bundesregierung zu Klimafragen leitete, skizzierte in seinem Abschiedsvortrag sieben zentrale Handlungsfelder für den weiteren Ausbau der Energiewende. Dazu zählen die Modernisierung des Stromnetzes, der Ausbau der Wasserstoffnutzung sowie die Gewährleistung sozial gerechter Subventionen bei gleichzeitig sinkenden Stromkosten für Verbraucher.

Henning blickt auf über 30 Jahre bei der Deutschen Bahn zurück, davon die letzten sechs als einer der beiden Institutsleiter neben Andreas Bett. Unter ihrer gemeinsamen Führung entwickelte sich das Institut zum größten innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft. Bett eröffnete die Abschiedsfeier und hob Hennings Engagement sowie seine wissenschaftlichen Leistungen hervor.

Während des Symposiums plädierte Henning für eine engere Zusammenarbeit zwischen Forschung, Politik und Wirtschaft. Er betonte die Notwendigkeit eines flexiblen, digitalisierten Stromnetzes, des beschleunigten Ausbaus der Kernnetze und zielgerichteter Subventionen, um soziale Gerechtigkeit zu wahren. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Deutschland seine Emissionen seit 1990 halbiert hat – bei einem Wirtschaftswachstum, das mit dem Großbritanniens und Dänemarks vergleichbar ist.

Thekla Walker, baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, unterstrich die Bedeutung stabiler Planungsbedingungen für Klimainvestitionen. Norbert Schiedeck, Vorstandsvorsitzender der Vaillant Group, forderte Politiker auf, sich auf Fakten statt auf populistische Debatten zu konzentrieren. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, entwarf unterdessen die Vision, dass Deutschland grüne Technologien bis 2045 zunächst im Inland entwickelt und erprobt, bevor sie global exportiert werden.

Die Veranstaltung rückte auch die jüngsten Fortschritte durch das EU-Gesetz zur Netto-Null-Industrie (Net Zero Industry Act) in den Fokus, das 2025 verabschiedet wurde. Seit seiner Ankündigung 2024 hat das Gesetz bis 2026 rund 12 Milliarden Euro in deutsche Grüntechnologie gelenkt. Großprojekte wie die Erweiterung des Northvolt-Gigawerks in Heide und RWE-Wasserstoffanlagen in Lingen erhielten dabei 3,5 Milliarden Euro an Fördermitteln sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Mit Hennings Ruhestand endet eine lange Karriere, die die deutsche Energiepolitik maßgeblich geprägt hat. Seine sieben vorgeschlagenen Maßnahmen – von der Netzerneuerung bis zum Wasserstoffausbau – bleiben zentral für die Klimastrategie des Landes. Angesichts steigender Investitionen und sinkender Emissionen geht es nun darum, diese Pläne in nachhaltige Infrastruktur und wirtschaftliches Wachstum umzusetzen.

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