Kunst und Studierende vereint gegen Rassismus: Heidelbergs eindringliche mare nostrum-Lesung

Ayten Karz
Ayten Karz
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Ein gerahmtes Poster einer Karte von Türkei und dem Mittelmeer mit darauf geschriebenem Text im klassischen Stil.Ayten Karz

Kunst und Studierende vereint gegen Rassismus: Heidelbergs eindringliche mare nostrum-Lesung

Heidelbergs Internationale Wochen gegen Rassismus starten am 11. März 2026 mit einer eindrucksvollen Veranstaltung, die Kunst und studentische Stimmen verbindet. Im Mittelpunkt des Programms steht mare nostrum, eine Installation des Künstlers Markus Kaesler, die sich mit den menschlichen Kosten der Migration über das Mittelmeer auseinandersetzt. Das Interkulturelle Zentrum der Stadt und lokale Partner haben drei Wochen mit Aktivitäten organisiert, um Rassismus entgegenzutreten und den Dialog zu fördern.

Ein Höhepunkt ist eine interaktive Lesung am 12. März, bei der internationale Studierende der Universität Heidelberg ihre kreativen Reaktionen auf Kaeslers Werk präsentieren. Der Künstler selbst wird anwesend sein und den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, sich direkt mit den Themen Flucht, Verlust und Widerstandsfähigkeit auseinanderzusetzen.

Markus Kaeslers Installation mare nostrum besteht aus 2.749 Bildern – eines für jede Person, die zwischen 2019 und 2023 jährlich auf der Mittelmeerroute starb oder verschwand, wie aus Zahlen des UNHCR hervorgeht. Für die Entstehung des Werks ließ Kaesler Lochkameras auf dem Meer treiben und überließ es den Wellen und dem Salzwasser, die Belichtungen zu prägen. Die entstandenen Abzüge, mit Meerwasser entwickelt, tragen die physischen Spuren einer Reise, die viele Migrantinnen und Migranten nicht überleben.

Studierende des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg, das ausländische Studierende auf das deutsche Hochschulsystem vorbereitet, setzten sich in Workshops mit diesen Themen auseinander. Ihre Reflexionen nahmen die Form von Gedichten und kurzen Prosatexten auf Deutsch an – inspiriert von den drastischen Bildern und der emotionalen Wucht von mare nostrum. Zwar ist die genaue Zahl der Teilnehmenden nicht öffentlich, doch das Projekt zog Beiträge von Studierenden aus aller Welt an.

Die interaktive Lesung findet am 12. März um 18:00 Uhr im Max-Weber-Haus (Ziegelhäuser Landstraße 17) statt. Kaeslers Anwesenheit verleiht der Veranstaltung eine persönliche Note, da die Besucher sowohl die schriftlichen Antworten der Studierenden als auch die Perspektive des Künstlers hören können. Die Lesung ist Teil einer größeren Veranstaltungsreihe, die bis zum 29. März läuft und Diskussionen, Ausstellungen und Aufführungen in ganz Heidelberg umfasst.

Die Lesung am 12. März wird Geschichten eine Stimme geben, die oft ungehört bleiben, und nutzt Kunst sowie die Kreativität der Studierenden, um aus Migrationstatistiken menschliche Schicksale werden zu lassen. Kaeslers Installation, kombiniert mit den Texten der Studierenden, schafft eine greifbare Verbindung zu den 2.749 Menschen, die jährlich im Mittelmeer ihr Leben verlieren. Die Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltung – und die gesamten Internationalen Wochen gegen Rassismus – noch lange nach dem Ende des Programms zum Nachdenken und Handeln anregen werden.

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