SPD in Baden-Württemberg kämpft um Überleben vor der Landtagswahl

Jessika Fröhlich
Jessika Fröhlich
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Ein Blatt mit einer Zeichnung von verärgerten roten Republikanern auf einem demokratischen Rasenfeld, mit schwarzer Schrift, die die Dringlichkeit der Situation betont.Jessika Fröhlich

SPD in Baden-Württemberg kämpft um Überleben vor der Landtagswahl

Die SPD in Baden-Württemberg steht vor den Landtagswahlen vor einem dramatischen Einbruch in der Wählergunst. Aktuelle Umfragen sehen die Partei nur noch bei 7 bis 9 Prozent – ein Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl vor fünf Jahren. Intern mehren sich die Kritik an der Kampagnenstrategie des Spitzenkandidaten Andreas Stoch und an einer Reihe von Pannen, darunter ein viel belächelter Vorfall in einer Tafel in Baden-Baden.

Stochs Wahlkampf kommt trotz zentraler Themen wie Arbeitsplatzverlusten in der Industrie und steigender Heizkosten – traditionelle SPD-Kernthemen – nicht in Fahrt. Stattdessen verfehlt die Partei mit ihrer Botschaft die Zielgruppe, während sich immer mehr Arbeiter von den Versprechungen der AfD angezogen fühlen. Innerparteiliche Kritiker werfen Stoch vor, sein zurückhaltender Kurs – ausgerichtet darauf, mögliche Koalitionspartner nicht zu verprellen – habe die SPD im Wahlkampf unsichtbar gemacht.

Offen äußern Landtagsabgeordnete Zweifel an seiner Führung, während Derya Türk-Nachbaur, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, die einseitige Medienberichterstattung über die Spitzenkandidaten von CDU und Grünen für die Marginalisierung der Partei verantwortlich macht. Stoch selbst zeigt sich frustriert und bezeichnet die mediale Fixierung auf seine Konkurrenten als Hindernis, um sich den eigentlichen Problemen der Wähler zu widmen.

Ein weiterer Rückschlag ereignete sich, als Stoch in einer Tafel gefilmt wurde, während sein Fahrer extra nach Frankreich fuhr, um Entenpastete zu besorgen – ein Schritt, den er später als Fehler bezeichnete. Unterdessen beschreibt Daniel Krusic, Chef der SPD-Jusos im Land, die Aussichten der Partei als "deprimierend", betont aber, dass die Basisarbeit stärker sei als erwartet. Er plädiert dafür, den Wahlkampf auf ein oder zwei provokante Themen zu konzentrieren, statt die Botschaften zu sehr zu verwässern.

Trotz der düsteren Umfragewerte könnte die SPD in Baden-Württemberg theoretisch auf eine Wählerbasis von bis zu 40 Prozent bauen – gemessen an der inhaltlichen Übereinstimmung mit ihrer Politik. Doch die Unterstützung bleibt im einstelligen Bereich stecken, was die Sorge vor dem historisch schlechtesten Ergebnis der Partei in der Region schürt.

Mit inneren Zerwürfnissen und schrumpfenden Umfragewerten geht die SPD in die heiße Phase des Wahlkampfs. Stochs gescheiterte Versuche, die Debatte zu prägen, kombiniert mit taktischen Fehlern, lassen die Partei um Relevanz kämpfen. Angesichts der Abwanderung von Wählern zu anderen Parteien könnte das Wahlergebnis für die SPD in Baden-Württemberg einen historischen Tiefstand markieren.

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