Spahn schließt Koalitionen mit AfD und Linke aus – doch die Umfragen zwingen zum Umdenken

Claudio Wiek
Claudio Wiek
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Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa und Textinformationen zur Partei.Claudio Wiek

Spahn: Es wird nicht besser mit Reichinnek als mit Honecker - Spahn schließt Koalitionen mit AfD und Linke aus – doch die Umfragen zwingen zum Umdenken

Die Spannungen haben sich verschärft, nachdem der CDU/CSU-Vorsitzende Jens Spahn eine künftige Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linkspartei kategorisch ausgeschlossen hat. Seine scharfe Kritik kommt vor den entscheidenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass keine der beiden Parteien ignoriert werden kann, wenn nach der Wahl eine stabile Regierung gebildet werden soll.

Die politische Landschaft hat sich seit dem CDU-Beschluss von 2018, beide Gruppen auszuschließen, deutlich verändert. Mit dem wachsenden Einfluss der AfD und den Schwierigkeiten demokratischer Parteien, stabile Mehrheiten zu sichern, unterstreichen Spahns Äußerungen die sich vertiefenden Gräben.

Spahn griff die Linkspartei mit beißender Schärfe an und bezeichnete sie als eine "bizarr anmutende Mischung aus alter SED und neuem Hamas". Besonders zielte er auf die prominente Parteivertreterin Heidi Reichinnek ab, die er persönlich kritisierte. Die Linkspartei warf Spahn daraufhin Verleumdung vor und wies seine Vorwürfe als haltlos zurück.

Seine Kritik an der AfD fiel nicht weniger hart aus. Die Praxis der Partei, Familienmitglieder zu beschäftigen, bezeichnete er als "Vetternwirtschaft" und "Verrat an den Steuerzahlern". Die AfD habe sich "vollständig verlaufen", so Spahn, und verwies auf ihre angeblichen Verbindungen zu Russland sowie interne Nepotismus-Vorfälle.

Bereits 2018 hatte die CDU Beschlüsse gefasst, die Bündnisse mit beiden Parteien ausschlossen. Doch mit der AfD, die in Umfragen für die Landtagswahlen 2026 bereits führt, stehen die demokratischen Parteien vor einem Dilemma. Lokale Erfolge wie der jüngste AfD-Sieg in Altenberg belegen ihre wachsende Stärke. CDU-Chef Friedrich Merz betonte daher die Notwendigkeit, dass sich die Parteien der Mitte – CDU, SPD und andere – zusammenschließen müssen, um die AfD von der Macht fernzuhalten.

Experten warnen, dass die AfD bei weiterem Einflusszuwachs noch radikalere Positionen vertreten könnte. Derzeit liegt der Fokus darauf, unter den demokratischen Parteien Koalitionen zu schmieden, um zu verhindern, dass entweder die AfD oder die Linkspartei Regierungsentscheidungen prägen.

Die anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt werden zeigen, ob die demokratischen Parteien ohne AfD oder Linke eine Mehrheit bilden können. Spahns Weigerung, mit ihnen zusammenzuarbeiten, lässt nur wenige Optionen übrig. Sollte sich keine stabile Allianz abzeichnen, droht politischer Stillstand – mit schwierigen Entscheidungen für die künftige Führung der Region.

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