"Komische Vögel" im TD Berlin: Absurde Gesellschaftskritik zwischen Vogelbeobachtung und NS-Geschichte

Jessika Fröhlich
Jessika Fröhlich
2 Min.
Ein aufgeschlagenes Buch mit Illustrationen von Vögeln im Flug und Menschen, die zu ihnen aufschauen, mit kursiver Schrift auf den Seiten.Jessika Fröhlich

"Komische Vögel" im TD Berlin: Absurde Gesellschaftskritik zwischen Vogelbeobachtung und NS-Geschichte

Eine neue Theaterproduktion im TD Berlin verbindet Ornithologie, Geschichte und scharfe Gesellschaftskritik

"Komische Vögel" mit Vanessa Stern, Verena Unbehaun und Mira Partecke ist eine geistreiche, absurde Auseinandersetzung mit der Vogelbeobachtungskultur und ihren unerwarteten Bezügen zu dunklen Kapiteln der Vergangenheit. Das Stück kehrt für drei Vorstellungen am 21., 22. und 23. November auf die Bühne zurück.

Die Bühne ist gefüllt mit ausgeklappten fünfstufigen Leitern, während einige Darsteller:innen in vogelinspirierten Kostümen auftreten. Das Trio – Stern, Unbehaun und Partecke – schlüpft in überzeichnete Rollenklischees: Partecke als naives Greenhorn, Unbehaun als erfahrene Schauspielerin, die nach Aufmerksamkeit giert, und Stern als autoritäre Instanz. Ihre Interaktionen mischen Slapstick mit treffenden Beobachtungen über das moderne Leben.

Eine Szene greift die Aufzeichnungen von Günther Niethammer auf, einem SS-Offizier und Ornithologen, der in Auschwitz stationiert war. Unbehaun trägt seine Notizen vor und unterstreicht den makabren Kontrast zwischen wissenschaftlicher Neugier und den Gräueltaten des NS-Regimes. Das Stück verweist auch auf die Umbenennung des Plattschnabel-Wassergeflügels in "Thorshuhn" während der NS-Zeit – eine bizarre Fußnote der Naturgeschichte.

Jenseits historischer Kuriositäten nimmt "Komische Vögel" die heutige Vogelbeobachtungs-Subkultur – die sogenannte "Birding-Blase" – und ihre Eigenheiten aufs Korn. Das Drehbuch verwebt Themen wie die wachsende Abhängigkeit der Gesellschaft von digitalen Werkzeugen und den schwindenden Bezug zur physischen Welt. Auch die geplanten Kürzungen im Berliner Kulturbudget für 2026/2027 werden durch die Linse des Absurden hinterfragt.

Die Produktion läuft drei Abende lang im TD Berlin und bietet eine Mischung aus Lachen, Geschichte und Kritik. Das Publikum verlässt das Theater mit einem neuen Blick darauf, wie Nischenleidenschaften wie die Vogelbeobachtung größere kulturelle Verschiebungen widerspiegeln können. Karten für die anstehenden Vorstellungen sind noch erhältlich.

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